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Wirtschaft Autoindustrie

Volkswagen: Gewerkschaft warnt vor bis zu 115’000 gefährdeten Stellen

Die Arbeitnehmervertreter warnen, dass der Umbauplan von Volkswagen in Deutschland bis zu 115’000 Stellen gefährden könnte. Der Aufsichtsrat berät das Vorhaben am 4. September erneut.

von Brenno 26. August 2026 3 Min. Lesezeit

Die Arbeitnehmervertreter von Volkswagen warnen, dass im extremsten Szenario in Deutschland bis zu 115’000 Arbeitsplätze gefährdet sein könnten. Die Zahl, die von der Betriebsratsvorsitzenden Daniela Cavallo erarbeitet und vom Handelsblatt veröffentlicht wurde, ist kein von der Konzernleitung festgelegtes Ziel, sondern die Summe der verschiedenen Massnahmen, die nach Ansicht der Belegschaft die deutschen Arbeitsplätze treffen könnten.

Konzernchef Oliver Blume spricht seit Wochen von einem theoretischen Abbaubedarf von weltweit rund 50’000 Stellen, der nötig sei, um die Kosten des Konzerns wieder auf ein wettbewerbsfähiges Niveau zu bringen. Vor mehr als 10’000 Beschäftigten in Wolfsburg präzisierte er, dass rund die Hälfte davon, 25’000 Stellen, Deutschland betreffen könnte, betonte aber, dass es sich dabei nicht um eine bereits getroffene Entscheidung handle.

Hinzu kommen die rund 50’000 Stellen, die bis 2030 bei Volkswagen, Audi, Porsche und der Softwaretochter Cariad bereits vereinbart wurden und mit sozialverträglichen Instrumenten sowie, soweit möglich, ohne betriebsbedingte Kündigungen umgesetzt werden sollen. Für über 37’000 Austritte seien die Vereinbarungen bereits unterzeichnet.

Der Knackpunkt bei den Werken

Der heikelste Punkt betrifft die Werke. Volkswagen hat für die Standorte Emden, Hannover und Zwickau sowie für das Audi-Werk Neckarsulm bislang keine Produktionsperspektive über 2030 hinaus aufgezeigt. Ohne alternative Produktionen könnten laut Betriebsrat weitere rund 40’000 Beschäftigte betroffen sein: Aus der Summe dieser drei Positionen ergibt sich die Schätzung von 115’000 Stellen.

Blume beharrt darauf, dass noch keine Schliessung beschlossen sei, und bezeichnet die Stilllegung von Werken als «die letzte und teuerste Option». Der Konzern prüft Alternativen wie eine Zusammenarbeit mit der Rüstungsindustrie und die Verlagerung der Produktion einiger bislang vor allem für den chinesischen Markt bestimmter Modelle nach Europa.

Die Stimmung bleibt angespannt: Blumes Rede in Wolfsburg wurde mit Pfiffen und Protestbannern quittiert. Cavallo warf der Konzernspitze vor, den Mitarbeitenden die tatsächlichen Pläne des Konzerns nicht klar genug zu erklären, und erklärte, das Vertrauen in den Vorstand und dessen Vorsitzenden sei «beschädigt», aber noch nicht endgültig zerstört.

Im Hintergrund lastet eine umfassendere Krise der deutschen Autoindustrie: die Konkurrenz chinesischer Hersteller, sinkende Gewinne in China, die schwache Nachfrage in Europa und die US-Zölle. Laut Blume liegen die Gemeinkosten des Konzerns um über 30% höher als bei der Konkurrenz, bei Margen unter 4%, was seiner Ansicht nach langfristig nicht ausreiche, um neue Technologien und Werke zu finanzieren.

Die Entscheidung liegt nun beim Aufsichtsrat, der Blumes Plan im Juli nicht genehmigt hat und ihn am 4. September erneut behandeln wird. Gewerkschaften und das Land Niedersachsen, das an Volkswagen beteiligt ist, haben alternative Vorschläge vorgelegt. Ministerpräsident Olaf Lies forderte Lösungen, die eine Schliessung der Werke vermeiden.

Bilder und Videos

Volkswagen afferma che metà dei tagli occupazionali globali riguarderà la Germania. Video: Bloomberg Television

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