Kanton Verkehr
Graubünden unterstützt die Idee einer Bahn zwischen S-chanf und Livigno
Die über 14 Kilometer lange Strecke würde Engadin und Oberveltlin in rund zehn Minuten verbinden. Regierungsrätin Maissen spricht von einer Vision, noch nicht von einem Projekt.
Der Kanton Graubünden will mit den lombardischen Partnern an einer Bahnverbindung zwischen S-chanf im Engadin und Livigno im Oberveltlin arbeiten. Die Vorstellung eines konkreten Projekts wird für Dezember erwartet.
Die Idee wurde im Juli vom Büro Redas Engineering an einer Informationsveranstaltung in Livigno präsentiert. Sie sieht eine Strecke von über vierzehn Kilometern vor, die in rund zehn Minuten befahren würde. Heute dauert dieselbe Fahrt etwa neunundvierzig Minuten mit dem Auto und über zwei Stunden mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
Das potenzielle Nachfragevolumen wird auf 68'000 bis 193'000 Fahrgäste pro Jahr geschätzt. Dazu zählen Grenzgängerinnen und Grenzgänger, Touristen und Besucher, drei Gruppen mit unterschiedlichen Bedürfnissen und Saisonverläufen: Die grosse Bandbreite der Schätzung spiegelt gerade die Unsicherheit darüber, welche davon am stärksten ins Gewicht fällt.
Eine Vision, noch kein Projekt
Der institutionelle Rahmen besteht bereits. Neben der Provinz Sondrio als Federführerin gehören auch der Kanton Graubünden und das Amt für Energie und Verkehr Graubünden dem grenzüberschreitenden Kooperationsprogramm Interreg an.
«Für uns ist es sehr interessant und wichtig, über Ideen zur langfristigen Verbesserung des öffentlichen Verkehrs in diesem Gebiet zwischen Engadin und Lombardei zu sprechen», sagte Regierungsrätin Carmelia Maissen, Vorsteherin des Departements für Infrastruktur, Energie und Mobilität, am Rande des monatlichen Medientreffens gegenüber Keystone-SDA.
Maissen legte jedoch Wert auf eine Präzisierung. Derzeit handle es sich um eine Vision und nicht um ein konkretes Projekt: Es gebe einen Masterplan, keine Ausführungsplanung. «Wir wissen noch nicht, was aus dieser Idee wird», sagte sie und fügte an, alle grossen Projekte begännen mit einer Vision, und der Kanton unterstütze sie.
Die Idee kursiert seit rund zwanzig Jahren und könnte in den kommenden Monaten einen Schritt vorankommen. In einem Interview mit RSI erklärte der Vizebürgermeister von Livigno, Thommy Cantoni, das Ausführungsprojekt werde bis Dezember 2026 abgeliefert.
Eine solche Verbindung fügte sich in ein grösseres Dossier ein, jenes der Alpenübergänge zwischen der Schweiz und Italien, wo die grenzüberschreitende Mobilität schneller wächst als die Infrastrukturen, die sie aufnehmen sollten.
Kommentare
Es gibt noch keine Kommentare. Deine Stimme kann die erste sein.