Kanton Gemeindesteuern
Gemeindesteuerfuss: Wie sich die Steuer der eigenen Gemeinde berechnet
Die Gemeindesteuer ergibt sich aus einem Prozentsatz auf der einfachen Kantonssteuer. Die Gemeinde legt ihn jährlich fest, und seit einigen Jahren kann er für natürliche und juristische Personen unterschiedlich sein.
Der Gemeindesteuerfuss ist jener Prozentsatz, mit dem von der Kantonssteuer zur Gemeindesteuer übergegangen wird. Der Mechanismus ist einfach: Die Gemeindesteuer wird berechnet, indem der Steuerfuss auf die einfache Kantonssteuer desselben Jahres angewendet wird. Ein Steuerfuss von 90 Prozent bedeutet, dass die Gemeinde auf je hundert Franken einfacher Kantonssteuer neunzig Franken erhebt.
Das ist der Grund, weshalb zwei Personen mit demselben Einkommen je nach Wohnort unterschiedliche Beträge bezahlen. Der kantonale Teil ist identisch, der kommunale nicht.
Wie der Prozentsatz entsteht
Ausgangspunkt ist der sogenannte arithmetische Steuerfuss, also das Verhältnis zwischen dem Nettobedarf der Gemeinde und dem Ertrag der einfachen Kantonssteuer auf ihrem Gebiet. Es ist jener Wert, der theoretisch genau die vorgesehenen Ausgaben decken würde.
Der tatsächlich beschlossene Steuerfuss kann jedoch davon abweichen und wird deshalb als politisch bezeichnet. Eine Gemeinde kann ihn tiefer ansetzen und auf Reserven zurückgreifen oder ein Defizit in Kauf nehmen; sie kann ihn auch höher ansetzen, um Eigenkapital wieder aufzubauen oder Investitionen zu finanzieren. Der Entscheid begleitet jedes Jahr die Beratung des Budgets.
Seit einigen Jahren erlaubt der Kanton den Gemeinden zwei getrennte Steuerfüsse, einen für natürliche und einen für juristische Personen. Eine Gemeinde kann so die Belastung der Wohnbevölkerung senken und jene der Unternehmen beibehalten, oder umgekehrt, je nach ihrer wirtschaftlichen Struktur.
Der koordinierte Steuerfuss
Neben dem von der Gemeinde beschlossenen Wert gibt es den koordinierten Gemeindesteuerfuss, den der Kanton berechnet. Er ist nicht der Prozentsatz, den die steuerpflichtige Person auf ihrer Rechnung sieht: Er dient der Berechnung des Ausgleichsbeitrags, mit dem Gemeinden mit stärkerer Steuerkraft die schwächeren unterstützen.
Die Unterscheidung ist beim Vergleich von Tabellen wichtig. Wer wissen will, wie viel er bezahlt, schaut auf den Steuerfuss der Gemeinde, nicht auf den koordinierten.
Die Unterschiede zwischen den Gemeinden bleiben gross und wirken sich bei gleichem Einkommen spürbar auf die Schlussrechnung aus. Sie gehören zu den Gesichtspunkten bei der Wahl des Wohnorts, neben den Mietkosten und der Distanz zum Arbeitsplatz, und sie sind ein wiederkehrendes Argument in der Debatte über Gemeindefusionen.
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