Schweiz Landwirtschaft
Hitze und Trockenheit setzen den Käseproduzenten zu
Kühe unter Hitzestress fressen und geben weniger, während das Gras fehlt. Viele Betriebe greifen bereits die Futtervorräte für Herbst und Winter an.
Die Lage der Milchproduzentinnen und -produzenten ist sehr angespannt. Das sagt Christa Brügger, Sprecherin der Schweizer Milchproduzenten, und nennt mehrere gleichzeitig wirkende Faktoren: Zur anhaltenden Hitze und Trockenheit kommen tiefe Milchpreise, steigende Kosten und in einzelnen Betrieben gesundheitliche Probleme bei den Tieren.
Der Mechanismus ist einfach. Kühe unter Hitzestress fressen weniger und geben weniger Milch. Gleichzeitig ist das Graswachstum deutlich zurückgegangen, und Futter wird knapp. Viele Betriebe haben begonnen, die für Herbst und Winter angelegten Reserven anzugreifen, also im August zu verbrauchen, was für den Dezember gedacht war.
Die Organisationen von Gruyère und Tête de Moine bestätigen sehr erhebliche Auswirkungen auf die Tiergesundheit und die Futterverfügbarkeit. Die Produktionskosten steigen, weil Zusatzfutter zugekauft werden muss, während die Milchmenge sinkt. In mehreren Betrieben wird auf das für den Winter bestimmte Heu zurückgegriffen, um das fehlende Frischfutter auszugleichen.
Für Olivier Isler, Direktor der Sortenorganisation Gruyère, stellen die klimatischen Unsicherheiten eine Herausforderung für die Wertschöpfungsketten des Bergkäses dar. Die Produktion ist in den letzten Monaten gegenüber dem Vorjahr spürbar gesunken; beim Alp-Gruyère wird mit einem Rückgang von rund zehn Prozent gerechnet. In den Talbetrieben fällt der Rückgang geringer aus, weil sie auf alternative Milchlieferungen zählen können.
Für die Kundschaft bleibt die unmittelbare Wirkung begrenzt: Die Käselager sind gut gefüllt, und die Verfügbarkeit zum Jahresende, insbesondere über die Weihnachtszeit, gilt als gesichert. Das Problem verschiebt sich damit an den Anfang der Kette, zu den Produzierenden.
Am stärksten trifft es die Alpbetriebe. Sie haben auch den geringsten Spielraum: Sie können keine Milch anderswo einkaufen, sind auf eine Weide angewiesen, die nicht wächst, und arbeiten mit steigenden Kosten bei sinkenden Erträgen. Offen bleibt die Frage, wie sich diese Kosten entlang der Kette verteilen, von der Produktion bis zum Detailhandel, und welche Instrumente es braucht, damit eine Saison wie diese nicht zur Regel wird, ohne dass jemand darüber entschieden hätte.
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