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Schweiz Wildtiere

Hunderte Störche sammeln sich in der Schweiz vor dem Zug nach Süden

In Chavornay wurden 250 Exemplare gezählt, 180 in der Region Genf. Laut der Schweizerischen Vogelwarte kündigen die Ansammlungen den Abflug nach Afrika an, auch wenn immer mehr Störche den Winter inzwischen in der Schweiz verbringen.

von Redazione 9. August 2026 2 Min. Lesezeit

Während die Schweiz mit der Hitzewelle kämpft, sind auf den Feldern der Romandie Szenen zu beobachten, die das Ende des Sommers ankündigen. Am Dienstag wurde in Chavornay im Kanton Waadt eine Kolonie von 250 Störchen gemeldet. Tags darauf wurde in der Region Genf eine Gruppe von 180 Exemplaren beobachtet.

Für die Schweizerische Vogelwarte ist das kein aussergewöhnliches Phänomen. «Non si tratta nemmeno dei gruppi più grandi che abbiamo mai registrato» (es handle sich nicht einmal um die grössten je registrierten Gruppen), erklärt Sprecher Livio Rey. «Ma il tema tocca evidentemente la gente» (aber das Thema berühre die Leute offensichtlich).

Die Ansammlungen haben eine einfache Erklärung. Nach der Brutsaison sind Alt- und Jungvögel zahlreich, und die Zugperiode beginnt. Frisch gepflügte Felder und frisch gemähte Wiesen sind die bevorzugten Orte für diese Versammlungen. «Lì le cicogne trovano facilmente cibo, come cavallette, topi o lombrichi» (dort finden die Störche leicht Nahrung wie Heuschrecken, Mäuse oder Regenwürmer), sagt Rey. Manchmal verbringen die grossen Gruppen auch die Nacht auf Dächern. «Non si tratta di un comportamento sociale in senso stretto» (es sei kein Sozialverhalten im engeren Sinn), präzisiert der Sprecher.

Die Schweizer Weissstörche folgen der Westroute: Mit Hilfe der Thermik gewinnen sie an Höhe und ziehen über Spanien und die Strasse von Gibraltar nach Westafrika. Der Abflug beginnt in der Regel ab Mitte Juli. Die Ostroute, der die Vögel aus Ostdeutschland und Osteuropa folgen, führt über den Bosporus und den Golf von Suez nach Ostafrika. Die Altvögel kehren ab Februar zum Brüten zurück.

Immer mehr Exemplare überwintern hier

Nicht alle Störche fliegen jedoch los. Im Januar 2017 wurden in der Schweiz 288 überwinternde Störche gezählt; im Januar 2026 waren es 1'770, ein absoluter Rekord. Warum verzichten sie auf die Reise? Reys Antwort ist knapp: «Il cibo» (das Futter). «In inverno qui trovano abbastanza nutrimento, perché nevica meno e ci sono meno gelate» (im Winter fänden sie hier genug Nahrung, weil es weniger schneie und es weniger Frost gebe), erklärt er. Die Kälte selbst ist kein Hindernis: «Il piumaggio delle cicogne isola piuttosto bene dal freddo» (das Gefieder der Störche isoliere ziemlich gut gegen die Kälte).

Das heutige Bild ist das Ergebnis einer langen Erholung. In den Fünfzigerjahren galt der Storch in der Schweiz als ausgestorben. Heute brüten in der Eidgenossenschaft rund 1'300 Paare.

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