Schweiz Trockenheit
Uzwil schliesst das Gemeindebad, um Trinkwasser zu sparen
Die St. Galler Gemeinde schliesst das Freibad zwei Wochen früher. Die geschätzte Einsparung beträgt bis zu 150'000 Liter pro Tag, so viel wie rund tausend Personen verbrauchen.
Die Gemeinde Uzwil im Kanton St. Gallen schliesst das Freibad zwei Wochen früher als geplant. Die Anlage hätte bis Ende Monat geöffnet bleiben sollen, macht nun aber bereits ab Sonntag zu. Der Entscheid diene dazu, den Trinkwasserverbrauch in einer als angespannt beschriebenen Lage zu senken, hält der Gemeinderat in einer Mitteilung fest.
Die Versorgung mit Trink- und Löschwasser steht in der ganzen Region unter Druck. In einzelnen Quartieren hat sich der Verbrauch während der Hitzewelle der vergangenen Wochen vervierfacht. Das lokale Netz kann die Nachfrage nicht mehr decken, und die Gemeinde musste bereits den regionalen Wasserverbund um Unterstützung bitten.
Die Sparappelle an die Bevölkerung wurden mehrfach wiederholt, ohne die erhoffte Wirkung zu erzielen. Deshalb ist die Exekutive von einer Empfehlung zu einer verbindlichen Massnahme übergegangen.
Was die Schliessung bringt
Die geschätzte Einsparung liegt zwischen 50 und 150 Kubikmetern pro Tag, also bei bis zu 150'000 Litern. Diese Menge deckt den Tagesbedarf von rund tausend Personen. Das Bad verlangte tiefe Eintrittspreise: einen Franken bis sechzehn Jahre und 4.50 Franken für Erwachsene.
Der Gemeinderat warnt, dass weitere Einschränkungen folgen könnten, falls sich die Lage nicht bessert. Das grösste Gewicht beim Verbrauch liegt allerdings nicht bei den öffentlichen Anlagen: Zwei Drittel des in Uzwil genutzten Wassers fliessen in private Haushalte.
Die Behörden haben deshalb ihre bisherigen Empfehlungen bekräftigt. Sie bitten darum, keine Autos zu waschen, keine privaten Pools zu füllen und keine Rasenflächen zu bewässern.
Der Fall Uzwil steht nicht allein. Im Tessin haben mehrere Gemeinden in den vergangenen Wochen Trockenheitsstufen mit Einschränkungen beim Trinkwasser eingeführt, und auch auf Bundesebene wird über die Rangfolge zwischen häuslicher, landwirtschaftlicher und energetischer Nutzung diskutiert. Die Schliessung einer Freizeitanlage zur Sicherung des Leitungswassers zeigt, welche Priorität gilt, wenn das Netz nicht mehr ausreicht.
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