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il Cantonale

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Kanton Schuluniformen

Eine Schuluniform gegen soziale Ungleichheit unter Kindern

Ein Vorstoss im Grossen Rat, unterzeichnet von Abgeordneten mehrerer Parteien, fordert die Prüfung einer einheitlichen Kleidung an den Gemeindeschulen, um wirtschaftliche Unterschiede zwischen den Schülerinnen und Schülern zu verringern. Der Vorschlag wirft auch die Frage nach den Kosten und deren Verteilung auf.

von Brenno 17. September 2026 2 Min. Lesezeit

Im Tessiner Grossen Rat liegt ein Vorstoss vor, der die Einführung einheitlicher Kleidung an den Kindergärten und Primarschulen der Gemeinden prüfen will. Erstunterzeichnerin ist die Grossrätin Michela Ris (PLR), unterstützt von rund zehn Kolleginnen und Kollegen aus PLR, Mitte, Lega, UDC und Forum alternativo.

Die Idee, erklärt Ris, sei nicht, Anzug und Krawatte vorzuschreiben, sondern einfache Kleidungsstücke wie ein Polohemd und eine kurze Hose. Das erklärte Ziel ist doppelt: mehr Ordnung in den Klassenzimmern und die Eindämmung wirtschaftlicher Ungleichheiten, die sich laut der Initiantin bereits in den ersten Schuljahren durch die Kleidung der Kinder zeigen. Ris erinnert daran, dass es bereits Richtlinien dazu gebe, diese aber kaum eingehalten würden.

Die Kostenfrage

Der Vorschlag betrifft insbesondere die Kindergärten und Primarschulen, die in der Zuständigkeit der Gemeinden liegen, nicht aber die höheren Schulstufen. Eine allfällige Einführung würde deshalb eher die Gemeindebudgets belasten, die die Umsetzung organisieren müssten, als jene des Kantons.

Für die Familien, so Ris, könnte die Massnahme günstiger ausfallen als heute: Durch eine zentralisierte Beschaffung und den Verzicht auf Markenkleidung würden die Ausgaben für die Kinderkleidung sinken. Offen bleibt, wie sich diese Ersparnis auf Familien mit unterschiedlichem Einkommen verteilen würde und wer die Anschubkosten trägt, von der Gestaltung der Kleidungsstücke bis zu deren Produktion. Ris bringt eine Zusammenarbeit mit der kantonalen Modeschule für ein Pilotprojekt mit Schülerinnen und Schülern ins Spiel.

Von Seiten der Schulleitungen weist Fabio Valsangiacomo, Direktor der Gemeindeschule von Lugano, darauf hin, dass das Thema Zugehörigkeitsgefühl zu einer Gemeinschaft bereits im Lehrplan der Tessiner Volksschule verankert sei, insbesondere in der allgemeinen Bildung und im Sachunterricht. Die Schule leiste in diesem Bereich laut Valsangiacomo bereits viel. Der Schulleiter fügt an, das Thema betreffe grundsätzlich alle Schulstufen, doch die Gemeindeschulen, also Kindergarten und Primarschule mit Kindern von drei bis elf Jahren, seien davon vielleicht etwas weniger betroffen als andere Stufen.

Der Vorstoss muss nun diskutiert und vertieft werden. Offen bleiben die Finanzierung, die Aufteilung der Kosten zwischen Gemeinden und Familien sowie die Frage, ob eine Schuluniform die Ungleichheiten unter den Kindern tatsächlich verringern kann oder vor allem einen zusätzlichen organisatorischen Aufwand für die Gemeindeschulen bedeuten würde.

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