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Kanton Abfall

Sackgebühr im Tessin: Wie sie funktioniert und was sie kostet

Das System ist gemischt: eine jährliche Grundgebühr und eine mengenabhängige Gebühr über den Kauf der offiziellen Säcke. In Lugano kostet der 35-Liter-Sack 85 Rappen.

von Redazione 13. August 2026 3 Min. Lesezeit

Im Tessin bezahlt man den Abfall zweimal, über zwei Gebühren mit unterschiedlichen Funktionen. Genau deshalb gilt das System als gemischt: Ein Teil ist fix, der andere hängt davon ab, wie viel man wegwirft.

Die Grundgebühr wird jährlich erhoben und deckt die Kosten für die Separatsammlung, den Betrieb und den Unterhalt der Sammelstellen sowie den Transport sämtlicher Abfälle. Sie verändert sich nicht mit der Zahl der Säcke.

Die Sackgebühr ist dagegen verursachergerecht, also proportional zur Menge des nicht verwertbaren Abfalls. Sie wird beim Kauf der offiziellen Säcke bezahlt und deckt die Kosten der Kehrichtverwertung der kantonalen Abfallanstalt. Der Verkaufspreis umfasst die eigentliche Gebühr, die Herstellungs- und Vertriebskosten des Sacks sowie die Mehrwertsteuer.

Was es kostet, das Beispiel Lugano

Die Beträge werden von den einzelnen Gemeinden innerhalb der kantonalen Vorgaben festgelegt und unterscheiden sich daher von Ort zu Ort. In Lugano kosten die offiziellen Säcke 40 Rappen für das Format zu 17 Litern, 85 Rappen für jenes zu 35 Litern und 1.45 Franken für jenes zu 60 Litern.

Ebenfalls in Lugano beträgt die jährliche Grundgebühr 50 Franken für Einzelpersonen und 100 Franken für Haushalte mit zwei oder mehr Personen. Dieselben Beträge gelten für Zweitwohnungen, je nach Anzahl Betten. Betriebe zahlen je nach Grösse und Mitarbeiterzahl zwischen 50 und 800 Franken pro Jahr.

Die Preise können jährlich nach den kantonalen Vorgaben angepasst werden. Wer von einer Gemeinde in eine andere zieht, findet daher andere Beträge und andersfarbige Säcke vor: Der offizielle Sack von Lugano etwa ist rot mit weisser Schrift.

Was in den Sack gehört und was nicht

In den offiziellen Sack kommt der Siedlungsabfall, also jener Restabfall, der keiner Separatsammlung zugeführt werden kann. Papier, Glas, PET, Aluminium, Grünabfälle und Sperrgut folgen eigenen Wegen über Ökozentren und Sammelstellen.

Für die Abholung auf öffentlichem Grund dürfen nur die offiziellen Säcke verwendet werden. Wer einen anderen Sack bereitstellt, riskiert, dass dieser nicht mitgenommen wird, und je nach Gemeindereglement eine Busse. Darauf beruht das ganze System: Trennen lohnt sich, weil es jenen Teil der Ausgaben verringert, der vom eigenen Verhalten abhängt.

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