Wirtschaft Elektromobilität
Bidirektionales Laden kommt gut an, doch nur ein Viertel kennt es
Eine YouGov-Umfrage bei 1055 Personen in der Deutsch- und Westschweiz zeigt, dass 27 Prozent den Begriff kennen. Haupthindernis bleiben die Kosten von rund achttausend Franken für die Ladestation.
Bidirektionales Laden erlaubt es einem Elektroauto, überschüssige Solarenergie zu speichern und sie an das Haus oder das Netz zurückzugeben. Die Beurteilung dieser Technologie in der Schweiz hat sich verbessert, doch das Wissen darüber bleibt begrenzt.
Die Angabe stammt aus einer heute veröffentlichten Umfrage des Instituts YouGov. Nur 27 Prozent der Befragten kennen den Begriff, vier Prozentpunkte mehr als 2025.
Die Vertrautheit unterscheidet sich stark je nach Profil. Sie steigt auf 65 Prozent bei Personen mit einem Elektrofahrzeug und auf 43 Prozent bei jenen, die eine Solaranlage besitzen oder eine installieren wollen. Höher liegt sie auch bei Personen mit hohen Einkommen und höherer Bildung.
Zwei Kürzel, zwei Bekanntheitsgrade
Die konkreten Anwendungen sind unterschiedlich bekannt. Die Funktion Vehicle-to-Home, die das Wohnhaus versorgt, kennen 39 Prozent der Befragten. Die Funktion Vehicle-to-Grid, die Energie ins Stromnetz zurückspeist, kommt auf 20 Prozent.
Das Urteil über die Technologie fällt gleichwohl günstig aus. 42 Prozent beurteilen sie sehr positiv und 46 Prozent halten sie für nachhaltig. Unter den Fahrerinnen und Fahrern von Elektroautos betrachten sie knapp 60 Prozent als fortschrittliche Technologie, und 31 Prozent der Befragten sagen, sie mache Elektroautos attraktiver.
Die tatsächliche Bereitschaft zur Nutzung bleibt jedoch hinter der Zustimmung zurück. Rund ein Drittel der Befragten bekundet die Absicht, darauf zurückzugreifen. Der Anteil steigt auf etwa die Hälfte bei jenen, die bereits ein Elektroauto oder eine Solaranlage besitzen.
Das Haupthindernis sind die Investitionskosten. Nur 26 Prozent halten Ausgaben von rund achttausend Franken einschliesslich Installation für eine bidirektionale Ladestation für vertretbar.
Hinzu kommen Schwierigkeiten wegen der Marktreife. Nicht alle Elektroautos unterstützen die Funktion, und es bestehen unterschiedliche technische Standards nebeneinander.
Die Umfrage wurde im Frühjahr 2026 bei 1055 Personen aus der Deutschschweiz und der Westschweiz durchgeführt, mit einem Vergleich zu den Daten von 2025. Die italienische Schweiz gehört nicht zu den befragten Regionen.
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