Wirtschaft Bahnindustrie
Das neue SBB-Werk in Arbedo-Castione nimmt Gestalt an
Die Investition von 755 Millionen Franken wird die Werkstätten in Bellinzona schrittweise ersetzen. Der Start ist für Mitte 2028 vorgesehen, danach sollen beide Standorte rund ein Jahr parallel arbeiten.
Das neue Industriewerk der SBB in Arbedo-Castione ist inzwischen in seinen Dimensionen erkennbar. Das Projekt kostet 755 Millionen Franken und umfasst eine Stahlkonstruktion von mehr als 7 500 Tonnen. Mitte 2028 sollen die ersten Produktionsprozesse anlaufen.
Der Standort wird die Instandhaltung von Zügen und die Bearbeitung von Komponenten unter einem Dach vereinen. Er ersetzt schrittweise die historischen Werkstätten in Bellinzona. Die Arbeiten begannen ungefähr im Juni 2025. Bisher wurden rund zwei Drittel des vorgesehenen Betons und 3 000 Tonnen der Metallstruktur verbaut.
Die wichtigsten Beton- und Stahlarbeiten sollen bis Ende 2026 abgeschlossen sein. 2027 stehen vor allem technische Anlagen und der Innenausbau im Mittelpunkt. Auch der Bahnhof Arbedo-Castione wird angepasst und soll zum wichtigsten Zugang des Komplexes werden.
Zehn Kilometer Gleise
Zur Bahninfrastruktur gehören ein viertes Gleis sowie insgesamt rund zehn Kilometer neue oder erneuerte Gleisanlagen. Der Umzug aus Bellinzona erfolgt etappenweise. Während ungefähr eines Jahres werden beide Werke parallel betrieben, damit Tätigkeiten, Maschinen und Fachwissen ohne Unterbruch der Dienstleistungen verlagert werden können.
Im neuen Werk sind rund 360 Arbeitsplätze vorgesehen, gegenüber fast 500 in den heutigen Werkstätten. Die SBB-Leitung geht davon aus, dass der Abbau ohne Entlassungen bewältigt werden kann. Das relativ hohe Durchschnittsalter der Belegschaft und Pensionierungen während der Übergangszeit sollen einen grossen Teil der Differenz auffangen.
Der Wechsel verändert die industrielle Geografie der Region Bellinzona. Castione erhält eine technologisch fortschrittliche Anlage. Gleichzeitig bleibt die Übergangsphase anspruchsvoll: Die laufende Produktion, der Wissenstransfer und der Rückgang des Personalbestands müssen miteinander vereinbart werden.
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