Welt Rüstungsindustrie
Das Pentagon gibt der Industrie 21 Tage für eine schnellere Waffenproduktion
Der Krieg gegen den Iran zehrt an den amerikanischen Beständen, und das Pentagon fürchtet eine Schwächung an anderen Fronten. Ohne neue Mittel des Kongresses, warnen Fachleute, bleibt das Problem ungelöst.
Der laufende Krieg gegen den Iran verbraucht die militärischen Bestände der USA. Das Pentagon hat die Rüstungsindustrie aufgefordert, Produktion und Auslieferung von Waffen deutlich zu beschleunigen.
Die Sorge der Militärführung betrifft das übrige strategische Bild. Die Verlagerung von Material in den Nahen Osten droht die amerikanischen Fähigkeiten an anderen Fronten zu schwächen, zunächst gegenüber Russland und China. Laut New York Times musste das Pentagon bereits auf Bestände zurückgreifen, die für andere Regionen vorgesehen waren, insbesondere für Europa und Asien, mit Folgen für Flugabwehrraketen und weitreichende Waffensysteme.
Die Aufforderung an die Industrie erging am Mittwoch über ein internes Memo, das die Washington Post einsehen konnte. Der stellvertretende Verteidigungsminister Steve Feinberg schrieb den Branchenverantwortlichen und setzte eine Frist von höchstens einundzwanzig Tagen, um Pläne vorzulegen, die deutlich schnellere Lieferfristen, eine höhere Produktionskapazität oder beides gewährleisten. Im Text bezeichnet Feinberg Produktionszyklen von mehreren Jahren als inakzeptabel und verlangt eine sofortige Ausweitung der Kapazitäten.
Zum Thema tat sich auch eine öffentliche Differenz auf. US-Medien berichteten in den letzten Tagen von Spannungen zwischen Donald Trump und Pete Hegseth wegen des Waffenmangels. Der Präsident spielte das Problem herunter und erklärte, die amerikanischen Streitkräfte verfügten über erhebliche Mengen an Waffen und Munition.
Der Knoten liegt jedoch beim Budget. Ende Juli wurden die Spitzen der grössten Rüstungsauftragnehmer und einiger Start-ups aus dem Silicon Valley nach Washington bestellt, zu einem Treffen mit dem Stabschef des Präsidenten und weiteren Beamten. Die Bitte an sie lautete, direkt beim Kongress für höhere Verteidigungsausgaben zu werben. Laut den von der amerikanischen Presse zitierten Fachleuten bleibt die Frage ungelöst, solange keine neuen Mittel gesprochen werden: Ein Industriebetrieb erweitert seine Anlagen nicht, wenn er keine über Jahre gesicherten Aufträge hat.
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