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Kanton Trockenheit

Lago Bianco in Graubünden so tief wie noch nie in diesem Jahrtausend

Der Stausee am Berninapass, betrieben von Repower, ist Mitte August noch nie so tief gewesen wie in diesem Jahrtausend. Das Unternehmen will den See bis zum Winter wieder vollständig auffüllen, doch vieles hängt vom Niederschlag der kommenden Monate ab.

von Brenno 18. August 2026 2 Min. Lesezeit Grigioni

Der Lago Bianco am Berninapass ist derzeit nur etwa zur Hälfte gefüllt. Im mehrjährigen Durchschnitt lag der Füllstand um diese Jahreszeit bei rund 70 Prozent. «In questo millennio il livello a metà agosto non è mai stato così basso» (deutsch: «In diesem Jahrtausend war der Stand Mitte August noch nie so tief»), sagt Stefan Bisculm von der Medienstelle von Repower, dem Konzern, der das Wasserkraftwerk betreibt, gegenüber der RSI. Bereits im vergangenen Juli hatte der See den tiefsten Stand der letzten zwanzig Jahre erreicht.

Die anhaltende Hitze- und Trockenperiode hat den Zufluss zum Stausee verringert. Repower geht deshalb vorsichtiger mit den Wasserreserven um: Ein tieferer Wasserstand bedeutet weniger verfügbares Wasser für die Stromproduktion und damit ein geringeres Produktionspotenzial.

Ziel: volle Füllung bis zum Winter

Das Unternehmen will die verfügbaren Reserven nun so einsetzen, dass der Lago Bianco bis zum Winter wieder vollständig gefüllt ist. Wie sich der Wasserstand tatsächlich entwickelt, hängt jedoch massgeblich von den Niederschlägen und Zuflüssen der kommenden Monate ab. Bei der Stromproduktion zeigt sich Repower vorerst nicht besorgt: Die Erfahrung der vergangenen Jahre zeige, dass ein tiefer Wasserstand im Sommer nicht zwingend bedeute, dass der See auch zu Winterbeginn unter dem Durchschnitt liege.

Der Fall des Lago Bianco steht für einen breiteren Trend. In Graubünden liegt der Füllstand der Stauseen laut den jüngsten Zahlen des Bundesamts für Energie bei 54 Prozent. Im Tessin sind es 46 Prozent, gesamtschweizerisch 67 Prozent. Ausgerechnet die Alpenkantone, in denen ein Grossteil der nationalen Wasserkraftproduktion konzentriert ist, liegen damit unter dem Landesdurchschnitt.

Von der Wasserverfügbarkeit in den Alpenstauseen hängen Arbeitsplätze in den Tälern ab sowie ein bedeutender Teil der schweizerischen Stromversorgung, ein öffentlicher Dienst, auf den Haushalte und Unternehmen das ganze Jahr über angewiesen sind. Sollten sich trockene Sommer wie dieser häufiger wiederholen, wird die Bewirtschaftung der Wasserreserven die Energieproduktion künftig stärker mit dem Schutz einer letztlich begrenzten Ressource in Einklang bringen müssen.

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