Zum Inhalt
il Cantonale

Unabhängige digitale Zeitung der italienischen Schweiz

Kanton Öffentlicher Verkehr

Schifffahrt auf dem Lago Maggiore: Wechsel zu FART noch nicht gesichert

Der Kanton will die Linie Locarno-Magadino der FART übertragen, doch die Zustimmung aus Rom fehlt noch. Mit dem Rücktritt von Regierungsrat Claudio Zali Ende September wird die Zeit knapp.

von Gottardo 18. August 2026 3 Min. Lesezeit Locarnese

Die Zukunft der Schifffahrt auf dem Lago Maggiore ist weiterhin offen, während sich Regierungsrat Claudio Zali auf seinen Rücktritt aus der Tessiner Regierung vorbereitet. Der Wechsel der öffentlichen Verkehrslinie Locarno-Magadino von der Società Navigazione del Lago di Lugano (SNL) zu den Ferrovie Autolinee Regionali Ticinesi (FART), den Zali am 3. Juli angekündigt hatte, ist noch nicht gesichert: Es fehlt die Zustimmung aus Rom.

Laut Angaben von SEIDISERA möchte das Bundesamt für Verkehr den Wechsel bis Ende September geregelt haben, während die FART bereits bis Ende August Klarheit anstreben. Diese Fristen fallen fast mit dem Rücktritt Zalis aus der Regierung zusammen, der für den 30. September vorgesehen ist. Offen bleibt, wie weit das Dossier vor dem Wechsel an der Spitze des Baudepartements vorankommen wird.

Bislang gibt es keine Anzeichen für ein Überdenken der vom Kanton gewählten Lösung. Der Wille, die Linie der FART zu übertragen, bleibt bestehen und werde auch vom Bundesamt für Verkehr geteilt sowie von italienischer Seite positiv beurteilt.

Der Knackpunkt: die italienische Zustimmung

Die Konzession für die Schifffahrt auf dem Langensee liegt gemäss dem Abkommen von 1992 zwischen der Schweiz und Italien bei der GGNL, einer Gesellschaft des italienischen Staates. Um auf Schweizer Gewässern zu operieren, muss eine neue Betreiberin daher einen Vertrag mit der italienischen Gesellschaft abschliessen, wie es bereits bei der SNL der Fall war und nun auch mit der FART geschehen soll. Rom hat der Eröffnung eines Arbeitstisches zugestimmt, doch der formelle Schritt fehlt noch.

Zusätzlich kompliziert wird die Lage durch die Beschwerde der SNL beim Kantonalen Verwaltungsgericht gegen den Regierungsentscheid. Das laufende Verfahren mache das italienische Ministerium vorsichtig, das vermeiden möchte, Ende Jahr noch mit einem offenen Rechtsstreit dazustehen. Einer der geprüften Wege ist eine Kündigung des Vertrags durch die SNL selbst.

Auch die Frage der öffentlichen Finanzierung spielt eine Rolle: Der kantonale Beitrag von rund 1,3 Millionen Franken pro Jahr für die Linie läuft aus, und der Kanton beabsichtige nicht, ihn für die Luganeser Gesellschaft zu erneuern. Diese Entscheidung würde eine Fortführung des Dienstes unter den aktuellen Bedingungen erheblich erschweren. Der Entscheid, die Leistung nicht mehr bei der SNL zu bestellen, sei intern auch vom Bundesamt für Verkehr bestätigt worden.

In den kommenden Tagen könnte sich auf Ebene der Tessiner Regierung bereits etwas bewegen. Sollte die Zeit für einen Wechsel zu Jahresbeginn zu knapp werden, bliebe eine Ausweichlösung im Raum: bereit zu sein für den Beginn der Hochsaison rund um Ostern, um so einige Monate für den definitiven Abschluss des Dossiers zu gewinnen.

Kommentare

Keine Kommentare

Es gibt noch keine Kommentare. Deine Stimme kann die erste sein.

Kommentar schreiben