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Kanton Energiepolitik

'Mendrisio soll sagen, wann und wie es aus dem Gas aussteigt'

Die Grünliberalen des Mendrisiotto verlangen von der Stadt einen öffentlichen Fahrplan. 2023 verbrauchte die Gemeinde 82 Gigawattstunden Erdgas, über 16 Prozent des Gesamtbedarfs, für 6,4 Millionen Franken im Jahr.

von Brenno 12. August 2026 3 Min. Lesezeit Mendrisiotto

Die Grünliberalen des Mendrisiotto verlangen von Mendrisio eine öffentliche Aussage darüber, wann und wie die Stadt aus dem Erdgas aussteigen will. Die Stadt verfolgt seit 2011 eine Energiestrategie und plant ein regionales Fernwärmeprojekt, doch laut dem Vorstoss fehlt eine öffentliche und verständliche Vorstellung von der Zukunft des Gasnetzes und den auf dem Gebiet verfügbaren Alternativen.

Die genannten Zahlen zeigen die Grössenordnung. 2023 verbrauchte die Gemeinde rund 82 Gigawattstunden Erdgas, mehr als 16 Prozent des gesamten Energiebedarfs. Die Ausgaben für Haushalte und Betriebe belaufen sich auf 6,4 Millionen Franken im Jahr. Das kommunale Industrieunternehmen Aim betreibt rund zweiunddreissig Kilometer Gasinfrastruktur.

Ein Fahrplan, kein Verbot

Verlangt wird nicht die Schliessung des Netzes, sondern die Veröffentlichung eines Wegs: wo sich Fernwärme lohnt, wo der Wechsel zu Wärmepumpen sinnvoll ist, wo andere erneuerbare Lösungen nötig sind und in welchem Zeitrahmen. Als Vorbild genannt wird der Energieplan, den Lugano kürzlich verabschiedet hat. Der praktische Grund: Wer heute einen Heizkessel ersetzen muss, trifft einen Entscheid für zwanzig Jahre, und ohne zu wissen, ob die eigene Strasse in dieser Zeit ans Fernwärmenetz kommt, wählt er fast immer die bereits verfügbare Option.

Das wirtschaftliche Argument der Unterzeichnenden betrifft den Verbleib des Geldes. Gas und Erdöl werden importiert, die Ausgaben verlassen die Region; Fernwärme, Wärmepumpen und Dämmungen erfordern Planung, Installation und Unterhalt, also Arbeit für lokale Betriebe und Handwerkerinnen. Die Energieausgaben vom Rohstoff zur Anlage zu verschieben heisst, sie in die regionale Wirtschaft zu verschieben.

Es bleibt die Frage der zweiunddreissig Kilometer Netz. Eine solche Infrastruktur verursacht Abschreibungskosten, welche die Kundschaft über den Tarif trägt: Sinkt die Zahl der Angeschlossenen, verteilen sich die Fixkosten auf immer weniger Bezüger, der Tarif steigt, und das beschleunigt die Abgänge. Deshalb zählt die Reihenfolge der Ausstiege ebenso viel wie ihre Richtung, und deshalb betrifft die Forderung nach einem Fahrplan auch jene, die am längsten angeschlossen bleiben.

Kanton Mendrisiotto Originalquelle

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