Wirtschaft Konsumentenpreise
Schweizer Teuerung steigt im August wieder auf 0,8 Prozent
Im August ist die Teuerung in der Schweiz auf 0,8 Prozent gestiegen, mehr als von den Analysten erwartet, nach vier Monaten der Abschwächung. Die nächste Zinsentscheidung der Nationalbank ist für den 24. September angesetzt.
Der Landesindex der Konsumentenpreise ist im August wieder gestiegen, nach vier Monaten der Abschwächung. Die Jahresteuerung lag bei 0,8 Prozent, gegenüber 0,4 Prozent im Juli und 0,5 Prozent im Juni. Der vom Bundesamt für Statistik veröffentlichte Wert liegt deutlich über den Erwartungen der von der Agentur Awp befragten Analysten, die mit einem Anstieg zwischen 0,5 und 0,6 Prozent gerechnet hatten. Im Monatsvergleich stiegen die Preise um 0,4 Prozent, ebenfalls über den Schätzungen, die zwischen 0,0 und 0,2 Prozent lagen. Der Index erreichte einen Stand von 101,5 Punkten.
Mieten und Treibstoffe treiben die Teuerung an
Für den Anstieg verantwortlich sind vor allem die Mieten sowie Benzin, Diesel, Heizöl und stationäre Spitalleistungen. Rückläufig waren dagegen die Preise für internationale Reisen, Autovermietungen und die Parahotellerie. Die Nahrungsmittelpreise blieben stabil, mit einem Rückgang von 1,1 Prozent im Jahresvergleich. Der Bereich Wohnen und Energie verzeichnete dagegen einen Anstieg von 0,6 beziehungsweise 2,0 Prozent.
Im internationalen Vergleich bleibt das Niveau tief: Die Teuerung in der Eurozone lag im August bei 3,3 Prozent, in den USA im Juli bei 3,4 Prozent. Die Schweizerische Nationalbank verfolgt diese Zahlen genau, da ihr Preisstabilitätsmandat eine Zielspanne zwischen 0 und 2 Prozent vorsieht. Der Anstieg im August bleibt somit innerhalb dieser Spanne, ein Spielraum, den die SNB als vereinbar mit dem aktuellen Leitzins von 0,0 Prozent betrachtet, der in den letzten vier Quartalsprüfungen unverändert blieb, nach sechs Zinssenkungen im Jahr 2024. Der nächste Termin der Nationalbank ist für den 24. September angesetzt.
Für das laufende Jahr rechnet die SNB mit einer durchschnittlichen Teuerung von 0,6 Prozent. Andere Institute, darunter das Staatssekretariat für Wirtschaft, Economiesuisse und UBS, gehen für 2026 von Werten zwischen 0,4 und 0,8 Prozent aus, für 2027 zwischen 0,6 und 1,0 Prozent. Ein Bild, das der SNB Spielraum lässt, aber auch die Frage aufwirft, wie lange die Geldkosten bei null bleiben, in einem Umfeld steigender Mieten und Energiepreise, die sich direkt auf die Budgets von Haushalten und Unternehmen auswirken.
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