Welt Naturkatastrophen
Flutkatastrophe zwischen Nepal und Tibet, Hunderte Touristen vermisst
Eine gewaltige Schlamm- und Wassermasse hat Dörfer und Infrastrukturen im Grenzgebiet zwischen Nepal und Tibet zerstört. Die vorläufige Bilanz spricht von mindestens 160 Toten in Nepal und 3 in China, während Hunderte weitere Personen, darunter viele ausländische Touristen, noch vermisst werden.
Eine gewaltige Schlamm- und Wassermasse hat Dörfer und Infrastrukturen in der Himalaya-Region an der Grenze zwischen Nepal und Tibet zerstört. Die vorläufige Bilanz spricht von mindestens 160 Toten in Nepal und 3 in China, während Hunderte weitere Personen noch vermisst werden. Bislang gibt es keine Hinweise auf Schweizer Opfer.
Das betroffene Gebiet ist von Zehntausenden Menschen bewohnt und ein beliebtes Reiseziel für Touristinnen und Touristen. Die nepalesischen Behörden meldeten 341 vermisste Touristen aus 26 verschiedenen Ländern. Laut der Tourismusbehörde sind 133 davon Inderinnen und Inder, wahrscheinlich auf Pilgerreise zum Berg Kailash in Tibet, einem heiligen Ort für Hindus. Fast 50 der Vermissten stammen aus den USA und mehr als 30 aus dem Vereinigten Königreich.
Auch in China, jenseits der Nordgrenze, hat die Regierung Such- und Rettungsaktionen eingeleitet. Im Grenzgebiet von Gyirong werden gemäss dem Staatssender CCTV mindestens 3 Tote und 265 Vermisste gezählt.
Ursachen der Überschwemmung
Nach einer ersten Einschätzung nepalesischer und chinesischer Wissenschaftler dürfte eine Eislawine den Lauf des Flusses Lhende blockiert und so eine plötzliche Wasseransammlung verursacht haben. Die anschliessende Flutwelle traf den Fluss Bhotekoshi und erreichte gegen 9 Uhr morgens das nördliche Gebiet Nepals. Die Wassermassen rissen Häuser, Strassen und Wasserkraftanlagen in den Bergdistrikten an der Grenze zu China mit sich.
An den Rettungseinsätzen sind die nepalesische Armee, die Polizei und die Armed Police Force beteiligt, unterstützt von Spezialkräften, medizinischen Teams und Rettungsmaterial. Nepal hat zudem Indien und China um Unterstützung gebeten. In die betroffenen Gebiete werden Nothilfelieferungen geschickt, während Drohnen die Zone überfliegen, um Schäden zu erfassen und isolierte Personen zu finden.
Die Suche konzentriert sich auch auf das Gebiet des Zollpostens und des Grenzübergangs Rasuwagadhi, wo möglicherweise Menschen verschüttet wurden. Die Behörden haben die Bevölkerung entlang der Flüsse Bhotekoshi, Trishuli und Narayani aufgefordert, sich von den Ufern zu entfernen und sichere Orte aufzusuchen, da die noch zurückgehaltenen Wassermassen eine Gefahr darstellen.
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