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Kanton Cengalo-Bergsturz

Bergsturz am Cengalo: Neun Jahre danach beginnt der Prozess in Pontresina

Fünf Personen stehen wegen des Bergsturzes von 2017 vor Gericht, bei dem acht Wanderer im Val Bondasca ums Leben kamen. Laut einem unabhängigen Gutachten hatten die Behörden Wanderwege trotz nicht vertretbarem Risiko offen gelassen.

von Redazione 22. August 2026 2 Min. Lesezeit Grigioni

Neun Jahre nach dem Bergsturz am Piz Cengalo beginnt am Montag in Pontresina der Prozess, um allfällige Verantwortlichkeiten für die Tragödie zu klären, die 2017 acht Wanderern das Leben kostete. Die Anklageschrift umfasst 12 Seiten.

Vor dem Regionalgericht Maloja erscheinen fünf Personen: zwei Mitarbeitende des Kantons, ein externer Geologe sowie zwei Vertreter der Gemeinde Bregaglia. Zu Letzteren gehört die frühere Gemeindepräsidentin und heutige Nationalrätin Anna Giacometti. Alle sind der fahrlässigen Tötung mehrerer Personen angeklagt und gelten bis zu einem allfälligen Schuldspruch als unschuldig.

Die Anklage

Die Anklage stützt sich auf ein unabhängiges Gutachten des Waadtländer Geologen Thierry Oppikofer. Diesem zufolge waren die Behörden ein "nicht vertretbares Risiko" eingegangen, indem sie die Wanderwege im Val Bondasca nicht schlossen.

Am 23. August 2017 löste sich ein Bergsturz vom Piz Cengalo und verschüttete einen Wanderweg im Tal unter einer rund 20 Meter dicken Gesteinsmasse. Die Opfer, die aus der Schweiz, Deutschland und Österreich stammten, befanden sich zu diesem Zeitpunkt auf dem Weg. Ihre Leichen wurden nie gefunden.

Das Regionalgericht Maloja muss nun anhand des Gutachtens von Oppikofer prüfen, ob die beteiligten Behörden im Umgang mit dem Risiko im Val Bondasca Versäumnisse begangen haben.

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