Kanton Arbeit
SBB Cargo: Regierung fordert Gespräche über die Zukunft der Lokführer
Der Staatsrat will die SBB gemeinsam mit dem Komitee gegen den Abbau von Cargo treffen. Im Tessin betrifft die Reorganisation rund vierzig Lokführer und insgesamt 200 Angestellte.
Der Tessiner Staatsrat fordert die SBB auf, Gespräche über die Reorganisation von SBB Cargo aufzunehmen. Die Forderung kommt, nachdem das Unternehmen ein gleichlautendes Gesuch am 30. Juni abgelehnt hatte.
In seiner damaligen Antwort machte das Unternehmen geltend, die Reorganisation halte die Gesamtarbeitsverträge ein und führe zu keinen Entlassungen. Die Kantonsregierung hat nun entschieden, die Position des Komitees «Nein zum Abbau von SBB Cargo» zu unterstützen.
Die Reorganisation betrifft im Tessin rund vierzig Lokführer, innerhalb eines Eingriffs, der insgesamt 200 Angestellte erfasst. Für die betroffenen Mitarbeitenden ist ein Wechsel in die Zentralschweiz vorgesehen.
Der Vorschlag des Komitees
Das von Matteo Pronzini vertretene Komitee schlägt eine andere Lösung vor. Es regt an, die Lokführer schrittweise umzuplatzieren und dabei jene Stellen zu besetzen, die durch Pensionierungen frei werden.
In den kommenden fünf Jahren werden rund vierzig Pensionierungen im Personenverkehr und bei SBB Cargo International erwartet. Nach diesem Ansatz könnten die Betroffenen im Tessin bleiben, statt über den Gotthard zu wechseln.
Der Unterschied zwischen den beiden Varianten ist nicht formal. Ein Wechsel in einen anderen Kanton bedeutet für viele Angestellte die Wahl zwischen dem Arbeitsplatz und dem Verbleib in der Nähe der Familie, mit Kosten, die vollständig auf die Haushalte fallen.
Präsidentin Marina Carobbio Guscetti und Staatsrat Christian Vitta äusserten sich besorgt über die Beschäftigungsaussichten. Die Regierung verlangt, dass Reorganisationen die Arbeitsplätze im Kanton nicht beeinträchtigen.
Das vom Staatsrat geplante Treffen sieht die Anwesenheit des Komitees neben den SBB vor. Als Themen genannt werden die Umplatzierung der Angestellten und die langfristigen Arbeitsperspektiven im Tessin.
Im Hintergrund bleibt die Rolle von Chiasso als Durchgangspunkt des Schienengüterverkehrs. Das Schicksal der mit Cargo verbundenen Arbeitsplätze verknüpft sich mit dem Entscheid, wie viel Schienenverkehr südlich der Alpen erhalten bleibt.
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