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Welt Luftverkehr

Die USA übergeben einem Start-up die Neuordnung des Luftraums

Die Bundesluftfahrtbehörde vergibt 875 Millionen Dollar an Air Space Intelligence für den Aufbau von Smart, dem System, das Engpässe voraussehen soll, bevor sie entstehen. Dieselbe Technologie ist bei Alaska Airlines seit 2021 im Einsatz.

von Redazione 12. August 2026 3 Min. Lesezeit

Die Bundesluftfahrtbehörde der Vereinigten Staaten hat Air Space Intelligence einen Auftrag über 875 Millionen Dollar erteilt, um das System zu bauen, das den Luftraum des Landes neu ordnen soll. Es heisst Smart, Kurzform für Strategic Management of Airspace, Routes and Trajectories, und ist Teil des von der Trump-Regierung angestossenen Umbaus der Flugsicherung.

Air Space Intelligence ist ein kleines Unternehmen unter der Leitung des Mitgründers Phillip Buckendorf. Sein Produkt heisst Flyways und verarbeitet Daten zum Verkehrsaufkommen, zu Winden und Wetterlagen, um zu berechnen, was in den folgenden Stunden entlang einer Route geschehen wird. Statt nur die gegenwärtige Lage abzubilden, schätzt die Software, wo sich Staus bilden werden, und schlägt vorab kleine Korrekturen an Streckenführung und Zeitplan vor.

Der Präzedenzfall Alaska Airlines

Alaska Airlines war 2021 die erste Fluggesellschaft, die Flyways einführte. Nach Angaben der Airline liessen sich damit Zehntausende Flugstunden und rund eine Million Gallonen Treibstoff pro Jahr einsparen. Bret Peyton, Leiter der Betriebszentrale der Gesellschaft, hielt fest, die Software wähle weder die Route noch die Wegpunkte: Sie formuliere Vorschläge, welche die Dispatcher annehmen oder verwerfen könnten. Das Vertrauen der Mitarbeitenden sei gewachsen, je sichtbarer die Ergebnisse wurden. Nach Alaska weitete das Unternehmen seine Verträge auf Delta, United Airlines sowie die US-Armee und die Luftwaffe aus.

Der Sprung, den der Bundesauftrag verlangt, hat eine andere Grössenordnung. Das System soll nicht mehr die Flüge einer einzelnen Gesellschaft optimieren, sondern den gesamten US-Luftraum steuern, den am stärksten befahrenen und komplexesten der Welt. Der Chef der Luftfahrtbehörde, Bryan Bedford, beschrieb die heutige Organisation als eine ohne einheitlichen Überblick über das Staatsgebiet: Die Daten existieren, bleiben aber auf Kontrollzentren verteilt, die sie nicht in Echtzeit teilen.

Beim heikelsten Punkt, der Rolle der Fluglotsinnen und Fluglotsen, lautet die offizielle Haltung, das Ziel sei ihre Unterstützung und nicht ihr Ersatz. Die Entscheidung bleibt beim Menschen, wie schon bei den Dispatchern der Fluggesellschaften. Zu beweisen bleibt allerdings, dass ein Vorhersagemodell, das an den Flügen eines einzelnen Anbieters trainiert wurde, der Last eines nationalen Systems standhält, in dem die Folgen einer falschen Empfehlung nicht bei einem einzigen Flugzeug enden. Der Vertrag ist unterzeichnet, das System muss erst noch gebaut werden.

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