Welt Krieg in der Ukraine
Fast 1'500 ukrainische Drohnen innert vierundzwanzig Stunden auf Russland
Mindestens sechs Menschen starben auf russischem Gebiet, fünf davon in der Region Rostow. Ein russischer Angriff auf Odessa verletzte drei Personen.
Die Ukraine hat innert vierundzwanzig Stunden 1'478 Drohnen und mindestens neun Marschflugkörper gegen russisches Gebiet eingesetzt. Es ist die grösste Offensive, die Kiew seit Jahresbeginn mit unbemannten Mitteln geführt hat.
Die von den russischen Behörden gemeldete Bilanz lautet mindestens sechs Tote. Fünf Todesfälle ereigneten sich laut Gouverneur Juri Sljusar in der Region Rostow im Südwesten des Landes. Ein sechstes Opfer, ein 83-jähriger Mann, wurde in der Region Moskau registriert. Russische Staatsmedien berichteten von Unterbrüchen im Flugverkehr und von Schäden an Industrieanlagen, ohne deren Zahl zu nennen.
In denselben Stunden griff die russische Luftwaffe die Region Odessa mit Angriffsdrohnen an. Drei Personen wurden verletzt. Die beiden Operationen fügen sich in die Logik gegenseitiger Vergeltung ein, die seit Monaten die Luftphase des Konflikts prägt, mit Zielen vor allem bei Raffinerien, Treibstofflagern und Logistikknoten.
Zahlen, die mit jeder Welle steigen
Die Menge der in einer einzigen Nacht eingesetzten Flugkörper ist im letzten Jahr auf beiden Seiten stetig gestiegen. Ende Juli hatte die russische Abwehr erklärt, in einer einzigen Operation 822 ukrainische Drohnen abgeschossen zu haben, und nannte sie damals die massivste des Jahres. Der aktuelle Wert übertrifft dieses Niveau um mehr als siebzig Prozent.
Der Anstieg hat mit den Kosten zu tun. Eine Angriffsdrohne mit grosser Reichweite kostet einen Bruchteil eines Marschflugkörpers und lässt sich in kleinen Werkstätten in Serie herstellen. Die Abwehr solcher Schwärme bleibt dagegen teuer, weil sie Abfangflugkörper verbraucht, deren Stückpreis weit über jenem des Ziels liegt. Aus diesem Grund haben beide Kriegsparteien einen wachsenden Teil der Rüstungsproduktion auf diese Systeme verlagert.
Die Verhandlungen stehen still. Frankreich, Deutschland und das Vereinigte Königreich arbeiten an einem Format, das Europa an den Tisch allfälliger von Washington geführter Gespräche bringen soll, bisher ohne Antwort aus Moskau.
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