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Schweiz Schule

Lehrermangel: erste Anzeichen einer Entspannung in mehreren Kantonen

Zürich verzeichnet keinen Mangel an regulären Lehrkräften mehr, und in Basel-Landschaft haben sich die offenen Stellen halbiert. Für den nationalen Lehrerverband ist die Verbesserung jedoch nur scheinbar.

von Redazione 9. August 2026 2 Min. Lesezeit

Der chronische Mangel an Lehrkräften an den Schweizer Schulen zeigt in mehreren Kantonen erste zaghafte Anzeichen einer Entspannung. Das nationale Bild bleibt jedoch kritisch, und der Dachverband der Lehrerinnen und Lehrer mahnt, die Wachsamkeit nicht aufzugeben.

Das deutlichste Signal kommt aus Zürich. Für das neue Schuljahr verzeichnet der Kanton keinen Mangel an regulären Lehrkräften, sodass es den Gemeinden ausdrücklich untersagt wurde, Personal ohne Lehrbefähigung anzustellen. Ungedeckt bleibt hingegen die Nachfrage nach Lehrkräften für Heilpädagogik, trotz des Ausbaus der Ausbildungsplätze: In diesem Bereich wird der Kanton weiterhin Anstellungen ohne die spezifischen Anforderungen bewilligen.

Auch Basel-Landschaft verbessert sich. Am 8. Juni fehlten an den Primarschulen 17 Vollzeitstellen, über 50 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Im Kanton Bern ist das Problem noch nicht überwunden: Die Nachfrage bleibt vor allem in der Primarschule, in der Sonderpädagogik und in der Sekundarstufe I hoch, doch die Massnahmen zur Steigerung der Attraktivität des Berufs haben die Notlage eingedämmt.

Weniger Schüler, mehr Diplomierte

Zur Entlastung des Systems tragen zwei strukturelle Faktoren bei. Der erste ist der Geburtenrückgang der letzten Jahre: Laut dem Bundesamt für Statistik wird die Zahl der Schülerinnen und Schüler des ersten und zweiten Primarzyklus bereits ab diesem Jahr sinken, mit einem Rückgang von bis zu 7 Prozent. In den nächsten zehn Jahren wird die Zahl der aktiven Lehrkräfte um rund 4’500 abnehmen.

Der zweite Faktor ist der Anstieg der Einschreibungen an den pädagogischen Hochschulen. Die Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) rechnet mit 3’900 Studierenden, gegenüber 3’620 im Jahr 2022. Die Pädagogische Hochschule Bern hat eine Rekordzahl an Lehrdiplomen ausgestellt, und an verschiedenen Instituten sind die Zuwächse zweistellig.

Der nationale Lehrerverband mahnt dennoch zur Vorsicht. Für Beat Schwendimann, den pädagogischen Verantwortlichen der Organisation, ist die Verbesserung nur scheinbar: Offene Stellen werden oft mit Studierenden der pädagogischen Hochschulen oder mit Personen ohne Diplom besetzt. Solche Lösungen kaschieren den Personalmangel und gefährden die Qualität des Unterrichts.

Das mittelfristige Ziel ist auf 2032 festgelegt: Dank des demografischen Rückgangs und der steigenden Studierendenzahlen sollen dann alle Stellen mit voll qualifizierten Lehrkräften besetzt sein. Die Krise droht sich jedoch in den Bereichen der Unterstützung von Kindern mit besonderen Bedürfnissen festzusetzen, wo die Nachfrage nach Fachleuten wächst und selbst in den vorbildlichsten Kantonen nicht gedeckt wird.

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