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Schweiz Wälder

Braune Blätter im August, die Schweizer Wälder in der Prüfung des Sommers 2026

Die Forschenden der WSL beobachten auf wenigen Kilometern sehr unterschiedliche Schäden. Die Forschung richtet sich auf Arten, die das künftige Klima aushalten.

von Brenno 16. August 2026 3 Min. Lesezeit

Braune Blätter Mitte August und bereits kahle Äste: Der Hitzesommer 2026 hat in den Schweizer Wäldern sichtbare Spuren hinterlassen. "So etwas haben wir noch nie erlebt", sagt Arthur Gessler, Forscher an der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft.

Der Vergleich mit 2018, dem bisherigen Bezugsjahr für Trockenheit im Wald, trägt nicht mehr. Damals betraf die vorzeitige Vergilbung rund fünf Prozent der Buchen. Dieses Jahr liegt der Anteil deutlich höher, und sie tritt früher ein. "Das zeigt uns, was auf uns zukommt", fügt Gessler an.

Was die Forschenden am meisten beschäftigt, ist nicht der Durchschnitt, sondern der Unterschied von Ort zu Ort. Zwischen Grenchen und der Region Thal im Kanton Solothurn liegen dreissig Kilometer: Im einen Fall zeigt der Wald ausgedehnte Schäden, im anderen ist die Lage weit weniger ernst. Massgebend sind Exposition, Bodentiefe, Wasserspeicherfähigkeit und Zusammensetzung der Bestände.

Welcher Wald es sein wird

"Der Wald wird künftig anders aussehen", sagt Andri Baltensweiler, ebenfalls von der WSL. Die Forschung konzentriert sich auf Arten, die heissere und trockenere Sommer ertragen, und auf Mischungen, die einen Bestand tragfähig halten, wenn eine der Arten ausfällt.

Der Grenchner Förster Patrick Mosimann bewegt sich täglich auf diesem Terrain. Entscheide über Nutzung und Verjüngung sind heute zu fällen, für Wälder, die in achtzig oder hundert Jahren hiebreif werden, in einem Klima, das niemand genau beschreiben kann. Frank Krumm, ebenfalls WSL, warnt vor automatischen Antworten: "Eine Waldwirtschaft, die starr den Lehrbüchern folgt, ist keine gute Idee."

Der Schweizer Wald bedeckt rund einen Drittel der Landesfläche, im Tessin über die Hälfte. Neben der Holzproduktion schützt er vor Lawinen, Steinschlag und Murgängen, was die Alpenkantone auf Hunderte Millionen Franken an eingesparten Schutzbauten beziffern. Ein geschwächter Wald schützt weniger.

Gessler schliesst mit einem Punkt, der mehr die Klimapolitik als die Waldbewirtschaftung betrifft: "Jedes Zehntelgrad hilft uns, den Wald zu erhalten." Der Unterschied zwischen den Erwärmungsszenarien übersetzt sich mit anderen Worten direkt in Arten, die an den Hängen bleiben, und Arten, die verschwinden.

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