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Wirtschaft Finanzmärkte

BIS warnt: Der KI-Boom kann die Märkte unter Druck setzen

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich weist auf die Risiken hoher Bewertungen und umfangreicher Investitionen in künstliche Intelligenz hin. Für Anleger geht es darum, ob das Gewinnwachstum mit den Ausgaben Schritt halten kann.

von Gottardo 3. August 2026 3 Min. Lesezeit

Die Investitionsoffensive im Bereich künstliche Intelligenz gehört zu den wichtigsten Druckpunkten, die die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich identifiziert hat. In ihrem Annual Economic Report 2026 weist die Bank der Zentralbanken auf die Nachhaltigkeit des KI-Booms und auf mögliche Folgen für Märkte, Zinsen und die Finanzstabilität hin.

Der Bericht stellt die wirtschaftliche Bedeutung der Technologie nicht infrage. Investitionen in das Ökosystem der künstlichen Intelligenz haben das Wachstum, die Märkte und die globalen Lieferketten gestützt. Das Risiko entsteht, wenn die Ausgaben für Chips, Rechenzentren, Energie, Server und Software schneller steigen als die Umsätze und Margen.

Die Ausgaben müssen Ergebnisse bringen

Im Mittelpunkt steht vor allem der sogenannte KI-Capex. Damit sind die Investitionen gemeint, die für den Aufbau der technologischen Infrastruktur erforderlich sind. Die grossen Unternehmen müssen erhebliche Mittel einsetzen, bevor sie stabile Erträge erzielen. Der Wettbewerb um die Führungsposition kann zudem zu Überinvestitionen führen, während der Markt weiterhin hohe Wachstumserwartungen belohnt.

Für Nvidia, Broadcom, Micron, AMD, TSMC und SK Hynix bleibt die Nachfrage nach Infrastruktur stark. Die Bewertungen enthalten jedoch hohe Erwartungen. Eine auch nur normale Verlangsamung könnte deshalb von den Anlegern als Enttäuschung gewertet werden.

Eine ähnliche Situation betrifft die grossen Cloud- und Softwarekonzerne wie Microsoft, Alphabet, Amazon und Meta. Diese Unternehmen verfügen über solidere Bilanzen als viele spekulative Firmen. Sie müssen jedoch zeigen, dass sich die KI-Ausgaben in höheren Gewinnen niederschlagen.

Das Risiko kann sich auch auf Technologie-ETFs auswirken. Instrumente, die den Nasdaq 100 abbilden oder in Halbleiter und künstliche Intelligenz investieren, bieten zwar eine formale Diversifikation. Sie können jedoch weiterhin auf dieselben Faktoren konzentriert sein. Dazu gehören die Nachfrage nach Chips, das Cloud-Geschäft, die US-Zinsen und der Dollar.

Das günstigste Szenario sieht ein Wachstum der realen Nachfrage vor. Dabei steigen die Cloud-Umsätze, und die Margen können die Investitionen tragen. In einem selektiveren Szenario bleibt KI ein wichtiges Industriethema. Der Markt belohnt dann vor allem Unternehmen mit zahlenden Kunden und überprüfbaren Ergebnissen. Das problematischste Szenario tritt ein, wenn die Erträge langsamer als erwartet eintreffen. In diesem Fall könnten die Unternehmen ihre Ausgaben reduzieren. Gleichzeitig würden sich die Bedingungen für Kredite und Bewertungen verschlechtern.

Für Anleger ist die Warnung der BIS keine Aufforderung, den gesamten Sektor zu verkaufen. Vielmehr sollten sie den Technologieanteil im Portfolio, den bezahlten Preis und den Anlagehorizont überprüfen. Eine Korrektur von 20 bis 30 Prozent sollte mit den Zielen des Anlegers vereinbar sein. Falls dies nicht der Fall wäre, läge das Problem in der Konzentration des Portfolios und nicht in der Existenz der Technologie.

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