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Schweiz Klima und Energie

Klimaanlagen, eine wachsende Nachfrage auch in der Schweiz

Klimaanlagen schützen vor Hitze, erhöhen aber die Emissionen und den Strombedarf. In der Schweiz ist ihre Verbreitung weiterhin begrenzt. Die kantonalen Behörden stellen jedoch Bedingungen für neue Anlagen.

von Gottardo 3. August 2026 3 Min. Lesezeit

Hitzewellen werden häufiger und dauern länger. Deshalb verbreiten sich Klimaanlagen auch in Ländern, in denen sie bisher nicht als unverzichtbar galten. Dazu gehört auch die Schweiz.

Die Kühlung von Innenräumen kann den Schlaf während sommerlicher Nächte verbessern. Sie hilft zudem, die Konzentration in Schulen und die Produktivität in Büros aufrechtzuerhalten. Laut einem Bericht des Lancet Countdown verhinderten Klimaanlagen im Jahr 2019 weltweit fast 200’000 hitzebedingte vorzeitige Todesfälle.

Ihre Umweltbelastung bleibt jedoch erheblich. Die Systeme enthalten Kältemittel. Wenn diese in die Atmosphäre gelangen, tragen sie zum Treibhauseffekt bei. R-32 wird seit Jahren eingesetzt. Sein Treibhauspotenzial ist rund 675-mal höher als das von Kohlendioxid.

Zu diesen Emissionen kommt der für den Betrieb benötigte Strom hinzu. Ein Haushaltsgerät verbraucht täglich zwischen 3 und 7 Kilowattstunden. Im Jahr 2022 entfielen 7 Prozent des weltweiten Stromverbrauchs auf die Kühlung von Innenräumen. Die Internationale Energieagentur geht davon aus, dass sich die weltweite Nachfrage bis 2050 verdreifachen wird.

Mobile Klimageräte kosten weniger und lassen sich einfacher installieren. Für die gleiche Kühlleistung verbrauchen sie jedoch mehr Strom als fest installierte Modelle. Die nach aussen abgeführte Wärme kann zudem die städtischen Wärmeinseln verstärken.

Die Situation in der Schweiz

Weltweit sind mehr als zweieinhalb Milliarden Klimaanlagen in Betrieb. Rund 36 Prozent der Haushalte verfügen über ein Kühlsystem. Bis 2050 dürfte dieser Anteil 60 Prozent erreichen. In den Vereinigten Staaten sind rund 90 Prozent der Haushalte damit ausgestattet. In der Europäischen Union lag der Anteil 2019 bei 20 Prozent.

Für die Schweiz gibt es keine offiziellen Daten. Schätzungen zufolge verfügen nur 5 Prozent der Haushalte über eine Klimaanlage. Dennoch werden jedes Jahr rund 20’000 fest installierte Geräte in Haushalten und Büros eingebaut.

Das Verkaufswachstum betrifft vor allem mobile Modelle. Laut dem Onlinehändler Galaxus waren die Verkäufe im vergangenen Juni dreimal so hoch wie im Juni 2024.

Fest installierte Anlagen müssen energetische und baurechtliche Anforderungen erfüllen. Die kantonalen Behörden bewilligen derzeit Geräte mit einer maximalen Leistung von 12 Watt pro Quadratmeter. In Zürich sind zudem eine ausreichende Dämmung und ein Sonnenschutz vorgeschrieben. Im Kanton Freiburg ist ausserdem eine Photovoltaikanlage auf dem Dach erforderlich.

Eine einfache Massnahme, um den Einsatz von Klimaanlagen zu verringern, besteht darin, die Sonnenstrahlen abzufangen, bevor sie durch die Fenster eindringen. Aussenjalousien, Sonnenschirme und weisse Fensterläden können dazu beitragen, die Innenräume kühler zu halten.

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