Wirtschaft Immobilien
Mieten im Juli schweizweit stabil, doch Lugano legt 6,3 Prozent im Jahr zu
Der Homegate-ZKB-Index zeigt gegenüber dem Vormonat unveränderte Mieten und ein Plus von 2,4 Prozent im Jahresvergleich. Unter den acht Grossstädten steigt Lugano am stärksten.
Die Mieten für neue oder wiedervermietete Wohnungen sind in der Schweiz im Juli stehen geblieben. Gegenüber Juni ist der Wert unverändert, im Jahresvergleich beträgt der Anstieg weiterhin 2,4 Prozent. Die Zahlen stammen aus dem Index des Immobilienportals Homegate und der Zürcher Kantonalbank.
Die monatliche Stabilität verdeckt deutliche regionale Unterschiede. Fünfzehn von fünfundzwanzig Kantonen verzeichneten einen Rückgang gegenüber Juni, Nidwalden um 4 Prozent und Schwyz um 1,9 Prozent. Das Tessin gehört dagegen zu den Kantonen mit Zuwachs, mit plus 0,6 Prozent im Monat, gleich viel wie St. Gallen und der höchste Wert der Erhebung.
Der Fall Lugano
Im Jahresvergleich legen alle Kantone zu. An der Spitze steht Graubünden mit 7,1 Prozent, gefolgt von Zug mit 5 Prozent und Luzern mit 4,2 Prozent. Das Tessin liegt bei 2,5 Prozent, leicht über dem Landesdurchschnitt.
Der für die italienische Schweiz aufschlussreichste Wert ergibt sich jedoch aus dem Vergleich der acht untersuchten Grossstädte. Lugano weist den stärksten Anstieg auf, sowohl im Monat mit 1,9 Prozent als auch im Jahr mit 6,3 Prozent. Das liegt deutlich über Luzern mit 3,8 Prozent, Basel mit 3,7, Lausanne, Zürich und Genf mit je 2,4, Bern mit 1,5 und St. Gallen mit 0,9 Prozent.
Der Abstand zwischen den 6,3 Prozent in Lugano und den 2,5 Prozent im gesamten Tessin zeigt, dass sich der Druck auf das städtische Zentrum konzentriert und nicht auf den übrigen Kanton.
Der Index misst die geforderten Mieten für Wohnungen, die auf den Markt kommen, nicht jene laufender Verträge. Er bildet also die Kosten für jene ab, die jetzt eine Wohnung suchen: Menschen, die umziehen, sich trennen oder erstmals in den Mietmarkt eintreten.
Das Thema kommt zu einem Zeitpunkt auf, in dem die Mietfrage in der eidgenössischen Debatte wieder im Zentrum steht. Die Volksinitiative gegen missbräuchliche Mieten des Schweizerischen Mieterinnen- und Mieterverbands ist mit über 108'000 gültigen Unterschriften formell zustande gekommen und durchläuft nun das parlamentarische Verfahren, bevor sie zur Abstimmung gelangt.
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