Wirtschaft Öffentlicher Verkehr
Zürich kauft erstmals chinesische Yutong-Busse
Der städtische Verkehrsbetrieb vergab acht Fahrzeuge an den chinesischen Hersteller und zwölf Gelenkbusse an Daimler. In der Ausschreibung machte der Preis weniger als die Hälfte der Bewertungskriterien aus.
Der öffentliche Verkehrsbetrieb von Zürich hat Busse chinesischer Produktion gekauft. Es ist der erste grosse öffentliche Betreiber der Schweiz, der dies tut.
Der Auftrag umfasst acht Standardbusse von 12 Metern des Herstellers Yutong, erworben über dessen französische Tochtergesellschaft. Dazu kommen zwölf Gelenkfahrzeuge von 18,5 Metern von Daimler Buses Schweiz. Der Vertrag sieht Optionen für höchstens achtzig zusätzliche Fahrzeuge vor, vierzig je Hersteller. Die Inbetriebnahme ist für den Sommer 2027 geplant.
Wie die Ausschreibung entschieden wurde
Bei der Bewertung der Angebote machte der Preis weniger als die Hälfte der Kriterien aus. Ausschlaggebend waren Qualität, Lieferfristen und Nachhaltigkeit.
Yutong erzielte beim Preis die Höchstpunktzahl und erhielt für Lieferfristen und Serviceorganisation gute bis ausgezeichnete Bewertungen.
Der Vizedirektor des Betriebs, Andreas Uhl, begründete den Entscheid mit der Unzufriedenheit gegenüber den etablierten Herstellern. Die bisherigen Lieferanten Hess und MAN hatten Mängel und Schwierigkeiten bei den Lieferungen gezeigt.
Der Fall zeigt, wie eine öffentliche Ausschreibung angestammte Lieferanten benachteiligen kann, wenn andere Kriterien als der Preis, besonders die Zuverlässigkeit der Lieferungen, aufgrund früherer Erfahrungen bewertet werden.
Der Betreiber hat für die chinesischen Fahrzeuge einige besondere Vorkehrungen getroffen. Die Software-Aktualisierungen erfolgen über einen USB-Stick und nicht über Fernverbindungen. Bei Problemen stehen Ersatzsysteme bereit. Zudem ist eine Überprüfung durch Fachleute vorgesehen, die kontrollierte Einbruchsversuche unternehmen.
Der Kauf fügt sich in den Plan zur Elektrifizierung der gesamten städtischen Flotte von 250 Fahrzeugen ein, beschlossen zur Senkung der Treibhausgasemissionen und des Lärms im Einklang mit den Klimazielen der Stadt.
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