Zum Inhalt
il Cantonale

Unabhängige digitale Zeitung der italienischen Schweiz

Wirtschaft Autoindustrie

Volkswagen streicht bis 2030 weitere 50'000 Stellen

Der deutsche Konzern hat einen Restrukturierungsplan verabschiedet, der die Zahl der bis 2030 gestrichenen Stellen auf insgesamt 100'000 erhöht, rund 15 Prozent der weltweiten Belegschaft. Der Plan sieht zudem vor, das Modellangebot bis 2035 zu halbieren.

von Gottardo 5. September 2026 2 Min. Lesezeit

Der Volkswagen-Konzern wird bis 2030 weitere 50'000 Stellen streichen. Das sieht ein Restrukturierungsplan vor, der am Donnerstag verabschiedet wurde und zwischen Konzernleitung und Gewerkschaften vereinbart worden ist. Mit dieser neuen Tranche steigt die Gesamtzahl der Stellenstreichungen auf 100'000, rund 15 Prozent der weltweiten Belegschaft des Konzerns.

Am stärksten betroffen sind die Standorte Emden, Zwickau und Hannover, die der Marke Volkswagen zugeordnet sind, sowie Neckarsulm, wo für Audi produziert wird. Der Plan sieht vorerst keine Schliessung dieser Werke vor, doch die Möglichkeit wurde nicht ausgeschlossen.

Der Plan für 2030

Neben dem Stellenabbau sieht der «Zukunftsplan 2030» vor, das Modellangebot bis 2035 zu halbieren. Laut der Wirtschaftszeitschrift Wirtschaftswoche prüft Volkswagen zudem den Rückzug der spanischen Marke Seat vom Markt; deren Schliessung wäre spätestens bis 2029 vorgesehen.

Der Präsident des Aufsichtsrats, Hans Dieter Pötsch, erklärte, die Umsetzung des Plans «garantiert die langfristige Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit des Volkswagen-Konzerns».

Die Einigung mit den Gewerkschaften spiegelt das Gewicht der Mitbestimmung in der deutschen Autoindustrie wider, wo Entscheide zum Personalbestand in der Regel über förmliche Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretungen getroffen werden und nicht durch einen einseitigen Entscheid der Konzernleitung allein. Es bleibt abzuwarten, ob der Stellenabbau allein ausreicht, um die finanzielle Nachhaltigkeit des Konzerns langfristig zu sichern, zumal die Möglichkeit von Werkschliessungen nicht vom Tisch ist und wieder aktuell werden könnte, sollten sich die erwarteten Einsparungen nicht einstellen.

Der Volkswagen-Konzern kontrolliert neben der traditionsreichen Marke VW auch Audi, Škoda, Seat, Cupra, Porsche, Lamborghini, Bentley und Ducati. Ein derart breites Markenportfolio wirft die Frage auf, wie viele Marken sich der Konzern in einem Umfeld der Kostenrestrukturierung noch leisten kann, wie die Überlegungen zu einem Rückzug von Seat bis 2029 nahelegen.

Kommentare

Keine Kommentare

Es gibt noch keine Kommentare. Deine Stimme kann die erste sein.

Kommentar schreiben