Kanton Verkehr und Tarife
Vereina: höhere Tarife zur Finanzierung der Tunnelsanierung
Der Vereinatunnel zwischen Klosters und Zernez, der vor 27 Jahren eröffnet wurde, soll bis 2029 saniert werden. Die Investition beläuft sich auf rund 70 Millionen Franken, die Autoverladetarife steigen um 2 Franken.
Der Eisenbahntunnel Vereina, der Klosters und Zernez in Graubünden verbindet, steht nach siebenundzwanzig Betriebsjahren vor einer umfassenden Sanierung. Der Tunnel, der den raschen Transport von Zügen, Autos und Lastwagen zwischen dem Engadin und der Prättigau ermöglicht, muss an die stetig wachsende Verkehrsnachfrage und an strengere Sicherheitsanforderungen angepasst werden.
Zur Finanzierung eines Teils der Arbeiten steigen die Tarife für die Autoverladung um 2 Franken auf einen Betrag zwischen 36 und 41 Franken. Die Erhöhung wird jedoch nicht ausreichen, um die gesamte Investition zu decken, die auf rund 70 Millionen Franken geschätzt wird: Ein Teil der Kosten muss also über andere Finanzierungsquellen gedeckt werden. Die Arbeiten sollen bis 2029 beginnen und nachts durchgeführt werden, um den privaten Verkehr und die Personenzüge nicht zu beeinträchtigen.
Ein Tunnel an der Kapazitätsgrenze
Das Projekt sieht die Erneuerung des Rollmaterials sowie die Anpassung von Anlagen und Lokomotiven vor, erklärt Gilbert Zimmermann, Leiter der Nordregion der Rhätischen Bahn. Eine künftige Kapazitätserhöhung würde zudem den Ausbau einzelner Tunnelabschnitte erfordern.
Seit der Eröffnung hat sich der Verkehr durch die Vereina fast verdoppelt. Eine Entwicklung, die laut Simon Rohner, Leiter des Autoverlads der Rhätischen Bahn, bei der Planung nicht vorhergesehen wurde: „Se prima della costruzione si fosse saputo quanto traffico avremmo oggi, forse si sarebbe pianificato tutto in modo diverso“ (Hätte man vor dem Bau gewusst, wie viel Verkehr wir heute hätten, hätte man wohl alles anders geplant). Rohner schliesst den Bau einer zweiten Röhre nicht aus, rechnet aber frühestens in ein bis zwei Generationen damit.
Die wachsende Zahl an Fahrzeugen führt vor allem im Winter zu Staus an den Tunnelportalen. Rohner relativiert das Phänomen: In den meisten Fällen betrage die Wartezeit höchstens 30 Minuten, und die Staus konzentrierten sich auf rund 10 bis 12 Tage im Jahr. Der Tunnel sei jedoch sowohl für die Personenzüge als auch für den Autotransport an der Kapazitätsgrenze.
Offen bleibt, wie der nicht durch die Tariferhöhung gedeckte Teil der Investition finanziert werden soll und wer künftig die Kosten einer allfälligen zweiten Röhre tragen müsste – ein Vorhaben, das die Verantwortlichen der Rhätischen Bahn für möglich, aber nicht unmittelbar bevorstehend halten.
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