Kanton Herdenschutz
Zwei Wandernde im Val Sumvitg von Herdenschutzhunden verletzt
Die beiden deutschen Staatsangehörigen erlitten am Montagnachmittag leichte Verletzungen. Das Bündner Amt für Lebensmittelsicherheit und Tiergesundheit hat eine Abklärung eingeleitet.
Zwei deutsche Staatsangehörige haben am Montagnachmittag im Val Sumvitg in Graubünden leichte Verletzungen erlitten, nachdem sie auf zwei Herdenschutzhunde getroffen waren.
Eine der beiden wandernden Personen, 22 Jahre alt, rutschte rund zehn Meter einen Hang hinunter. Die Polizei kann nicht bestätigen, ob einer der Hunde eine der beiden Personen gebissen hat. Die Abklärungen laufen.
Zuständig für die Untersuchung ist das Bündner Amt für Lebensmittelsicherheit und Tiergesundheit.
Das Problem der Massnahmen
Amtsleiter Giochen Bearth beschreibt die Schwierigkeit, mit der sich die Behörde konfrontiert sieht: «Es ist schwierig, sinnvolle Massnahmen zu ergreifen, die sich nicht negativ auf den Herdenschutz auswirken.» Jede Situation ist deshalb einzeln zu beurteilen.
Nach Bearth kann es nötig werden, die Hunde vorübergehend abzuziehen, wenn sich eine Schafherde in einem besonders von Touristinnen und Touristen frequentierten Gebiet befindet. Das ist eine punktuelle Lösung, die die einzelne Alp betrifft und nicht das gesamte System.
Die Konflikte zwischen Menschen und Herdenschutzhunden haben in den vergangenen Jahren nicht abgenommen. Bearth führt die Entwicklung auf zwei Faktoren zurück, die in dieselbe Richtung wirken: Die Nachfrage nach wirksamem Herdenschutz ist gestiegen und mit ihr die Zahl der eingesetzten Hunde, während der Sommertourismus mehr Menschen auf die Alpwege bringt.
Ein ähnlicher Vorfall hatte sich Ende Juni im Gebiet von Maighels in der Gemeinde Tujetsch ereignet. Dort soll ein Mann gebissen worden sein; er erstattete bei der Bündner Kantonspolizei Anzeige.
Herdenschutzhunde werden auf den Alpen eingesetzt, um die Herden vor Grossraubtieren zu schützen. Ihre Aufgabe besteht darin, Annäherungen an die Tiere anzuzeigen und abzuwehren, und dieses Verhalten setzt auch dann ein, wenn es sich beim Fremden um eine wandernde Person handelt.
Es wurde nicht mitgeteilt, wie lange die Abklärung dauert und ob die beteiligten Hunde auf der Alp bleiben. Ebenso wenig wurde präzisiert, ob das Amt die Hinweise für jene überarbeiten will, die auf Wegen mit Herden unterwegs sind.
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