Schweiz Bahnsicherheit
Häufigere Kontrollen an Güterwagen, die EU übernimmt die Schweizer Linie
Nach der Entgleisung im Gotthard-Basistunnel müssen die Räder alle 50'000 bis 300'000 Kilometer geprüft werden statt alle 660'000.
Die Europäische Union hat die Vorschriften zum Unterhalt von Güterwagen überarbeitet und dabei die Forderungen aufgenommen, welche die Schweiz nach der Entgleisung vom 10. August 2023 im Gotthard-Basistunnel erhoben hatte.
Der Kern betrifft die Häufigkeit der Kontrollen. Räder und Bremssysteme müssen künftig alle 50'000 bis 300'000 Kilometer geprüft werden, je nach Wagentyp und Einsatz. Bisher lag das Höchstintervall bei 660'000 Kilometern. Die neuen Vorschriften sind bis 2028 umzusetzen.
Die Direktorin des Bundesamts für Verkehr, Christa Hostettler, bezeichnete das Ergebnis als Erfolg für die Schweiz. Das Thema war von SP-Nationalrat Bruno Storni aufgeworfen worden, der den Bundesrat aufgefordert hatte, bei den europäischen Behörden zu intervenieren. Die Information wurde von SRF vorab bekannt gemacht.
Warum die Sache das Tessin betrifft
Die Entgleisung von 2023 hatte eine der beiden Röhren des Basistunnels monatelang blockiert, mit Folgen für den Personenverkehr zwischen dem Tessin und der übrigen Schweiz und für die Kapazität des Nord-Süd-Güterkorridors. Ursache des Unfalls war der Bruch eines Rades an einem durchfahrenden Wagen.
Nahezu alle Güterwagen, welche die Schweizer Alpen queren, sind im Ausland immatrikuliert und werden nach den Regeln des Herkunftslandes unterhalten. Ein auf das Inland beschränkter Eingriff hätte deshalb wenig gebracht, weshalb der Bund die Forderung auf europäischer Ebene einbrachte.
Der Alpentransit bleibt der am stärksten belastete Abschnitt. Ein Wagen auf der Gotthardstrecke ist Steigungen und Bremsbelastungen ausgesetzt, die über dem Durchschnitt des europäischen Netzes liegen, und der Verschleiss konzentriert sich genau auf jene Bauteile, die nach den neuen Regeln häufiger zu kontrollieren sind. Die Übergangsfrist bis 2028 gibt den Transportunternehmen Zeit, ihre Werkstätten umzustellen, die heute in weit längeren Zyklen arbeiten.
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