Welt Künstliche Intelligenz
Eine KI hätte beinahe einen Konflikt zwischen den USA und China ausgelöst
Ein Fehler eines auf künstlicher Intelligenz basierenden Chatbots brachte die amerikanischen Streitkräfte dazu, das Entern eines chinesischen Schiffs vorzubereiten, das angeblich Nuklearmaterial transportierte. Der Einsatz wurde vor der Ausführung gestoppt, doch der Fall befeuert die Debatte über die Risiken von KI für die nationale Sicherheit.
Die amerikanischen Streitkräfte wären im vergangenen Frühling beinahe gegen ein chinesisches Schiff im Nahen Osten vorgegangen, gestützt auf eine Information, die sich als falsch erwies. Das berichtet CNN unter Berufung auf vier anonyme, mit dem Vorfall vertraute Quellen.
Den Angaben zufolge hatten die amerikanischen Geheimdienste gemeldet, das Schiff transportiere Bauteile im Zusammenhang mit Nuklearwaffen. Diese Information veranlasste das Militär, das Entern des Schiffs vorzubereiten. Der Einsatz wurde später gestoppt, nachdem sich herausgestellt hatte, dass der Alarm auf einem Fehler eines Chatbots beruhte, der auf künstlicher Intelligenz basiert und zur Auswertung des Nachrichtenberichts verwendet worden war.
Eine der von CNN zitierten Quellen bezeichnete den Bericht als "del tutto falso" (völlig falsch) und fügte hinzu, er habe "rischiato di scatenare una guerra" (beinahe einen Krieg ausgelöst). CNN machte keine Angaben dazu, was das Schiff tatsächlich transportierte oder welches sein Ziel war.
Ein weiterer Fall rund um die F-35
Die Enthüllung erfolgt zu einem Zeitpunkt, in dem die Warnungen vor den Risiken des Einsatzes künstlicher Intelligenz in sensiblen Bereichen zunehmen. US-Präsident Donald Trump und mehrere Vertreter seiner Mehrheit lehnen jedoch weiterhin eine Regulierung des Bereichs ab. Sie begründen dies damit, eine Regelung würde die USA gegenüber China zurückfallen lassen.
Ebenfalls im Verhältnis zwischen den beiden Ländern berichtete das Portal Politico über einen weiteren Fall, der Bauteile von F-35-Kampfjets betrifft. Mehrere Teile, die von Australien zur Reparatur in die USA verschickt worden waren, sollen nach Hongkong umgeleitet worden und seither unauffindbar sein. Dies nährt die Befürchtung, China könnte dadurch Zugang zu sensiblen amerikanischen Militärtechnologien erhalten haben.
Die Gründe für die Umleitung und der aktuelle Verbleib der Bauteile sind laut Politico weiterhin unbekannt. Ein Sprecher von Lockheed Martin, das die Lieferkette für die F-35 verwaltet, wollte aus Sicherheitsgründen keine Einzelheiten zur Sendung nennen, betonte aber, das Unternehmen halte sich an sämtliche US-Vorschriften für den Versand von Flugzeugbauteilen.
Am Freitag kündigte Präsident Trump an, mehreren Medien, darunter CNN und Politico, den Zugang zum Weissen Haus verwehren zu wollen. Als Begründung nannte er eine dauerhaft falsche Berichterstattung, ohne genauer zu erläutern, welche Meldungen er damit meinte.
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