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Wirtschaft Lohnverhandlungen

Travail.Suisse fordert eine generelle Lohnerhöhung von 2 Prozent

Der Gewerkschaftsbund eröffnet die Verhandlungen für das kommende Jahr mit der Forderung nach einer durchschnittlichen Lohnerhöhung von 2 Prozent, während die Arbeitgeber eine Erhöhung von 1 Prozent für plausibel halten. Die Positionen unterscheiden sich auch bei der Belastung der Familien durch die Krankenkassenprämien.

von Brenno 17. August 2026 2 Min. Lesezeit

Die Lohnverhandlungen für das kommende Jahr kündigen sich angespannt an. Die Gewerkschaft Travail.Suisse hat die Forderungen eröffnet und verlangt eine generelle Lohnerhöhung von 2 Prozent für alle Arbeitnehmenden. Der Schweizerische Arbeitgeberverband (SAV) hält dagegen eine durchschnittliche Erhöhung von 1 Prozent für plausibel.

Die Forderung von 2 Prozent ist ein nationaler Durchschnitt und variiert laut Travail.Suisse je nach Branche. Im Gesundheitswesen etwa fordert die Gewerkschaft Syna eine Erhöhung von 5 bis 6 Prozent. Sie begründet die Forderung mit den schwachen Lohnerhöhungen der vergangenen Jahre, die im Sektor zu Schwierigkeiten geführt hätten.

Zwei Lesarten derselben Entwicklung

Travail.Suisse begründet die eigene Forderung mit der Stagnation der Reallöhne im vergangenen Jahrzehnt. Diese Stagnation habe laut der Gewerkschaft die finanzielle Lage der Familien verschlechtert.

Der SAV liest die Zahlen anders. Er hält die gewerkschaftliche Forderung für realitätsfremd angesichts eines schwachen Wachstums und geopolitischer Unsicherheiten.

In einem Punkt sind sich beide Seiten einig: Der Anstieg der Krankenkassenprämien belastet die Familienbudgets erheblich. Aus dieser gemeinsamen Feststellung ziehen sie jedoch entgegengesetzte Schlüsse. Für die Gewerkschaft ist dies ein Argument für höhere Löhne, die eine Ausgabe auffangen können, welche die Familien nicht allein steuern können. Für die Arbeitgeber bleibt es dagegen ein Faktor unter mehreren, innerhalb eines wirtschaftlichen Umfelds, das aus ihrer Sicht keine grossen Spielräume zulasse.

Der Abstand zwischen den beiden Forderungen, ein Prozentpunkt, misst die Distanz zwischen jenen, die auf die Familienbudgets blicken, und jenen, die auf die Firmenrechnungen blicken. Travail.Suisse stützt sich auf das Jahrzehnt stagnierender Reallöhne, um eine Aufholung zu fordern. Der SAV stützt sich dagegen auf die Unsicherheiten des internationalen Umfelds, um die Erwartungen zu dämpfen.

In den kommenden Monaten verlagern sich die Verhandlungen auf die einzelnen Branchen. Dort wird sich zeigen, wie stark sich die beiden auf dem Papier weit auseinanderliegenden Lesarten am Verhandlungstisch annähern lassen und wie stark die tatsächliche Verhandlungsbereitschaft sowie die Verhandlungsmacht jeder Seite das Ergebnis prägen.

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