Welt Berge
Zu warm: Der Stilfserjoch-Gletscher stellt den Sommerskibetrieb ein
Die Bergbahngesellschaft verweist auf die fehlende nächtliche Abkühlung der Schneedecke. Zuvor hatte es Zermatt und Saas-Fee getroffen.
Die Betreibergesellschaft der Bergbahnen am Stilfserjoch hat den sommerlichen Skibetrieb auf dem Gletscher im oberen Veltlin eingestellt. Die Bahnen bleiben für Wandernde in Betrieb.
Grund für den Entscheid sind die Schneeverhältnisse. Die seit Wochen aufeinanderfolgenden Hitzewellen, die fehlende nächtliche Abkühlung der Schneedecke und die häufigen Gewitter "erlauben es nicht, die gewohnten Qualitätsstandards und vor allem die für den Sommerskilauf nötige Sicherheit zu gewährleisten", teilte die Sifas mit.
Der entscheidende Punkt ist die nächtliche Abkühlung. Auf einem Gletscher verfestigt sich der tagsüber an der Oberfläche geschmolzene Schnee nachts wieder, wenn die Temperatur unter null fällt. Bleibt das aus, ist die Decke wassergesättigt und wird instabil, mit Löchern und Abflussrinnen, die Pisten unbefahrbar machen.
Das dritte Gebiet innert weniger Wochen
Das Stilfserjoch ist das dritte Sommerskigebiet des Alpenbogens, das schliesst. Saas-Fee hatte den Betrieb Anfang dieser Woche eingestellt, Zermatt Ende Juli. Es sind die drei Destinationen, die im August traditionell die Trainings der nationalen Ski-alpin-Equipen aufnehmen, auch der Schweizer.
"Unser Team wird die Lage und die Verhältnisse am Berg weiterhin laufend beobachten, in der Hoffnung auf sinkende Temperaturen", ergänzte die Gesellschaft und hielt fest, jede allfällige Wiedereröffnung werde umgehend mitgeteilt.
Für die Wettkampfgruppen bedeutet die gleichzeitige Schliessung der drei Gebiete, die Augustvorbereitung auf die Südhalbkugel zu verlegen, nach Chile oder Argentinien, zu deutlich höheren Kosten. Kleinere Verbände, die sich das nicht leisten können, verschieben den Saisonstart auf Schnee auf den Herbst, wenn die höher gelegenen Gletscher wieder öffnen.
Kommentare
Es gibt noch keine Kommentare. Deine Stimme kann die erste sein.