Kanton Gesundheit
Engpass bei Blut der Gruppe 0 negativ in Tessiner Spitälern behoben
Der Blutspendedienst hat die Vorräte zentralisiert und Aufrufe an die Spendenden gerichtet. Spenderinnen und Spender mit 0 negativ machen rund 6 Prozent der Bevölkerung aus, doch die Gruppe wird doppelt so häufig eingesetzt.
Der Engpass bei Blut der Gruppe 0 negativ in den Tessiner Spitälern ist behoben. Das Ergebnis folgt auf das rasche Eingreifen des Blutspendedienstes.
Die getroffenen Massnahmen waren dreierlei Art. Die in den verschiedenen Einrichtungen verfügbaren Vorräte wurden zentralisiert. Patientinnen und Patienten, die Transfusionen benötigten, wurden über die Lage informiert. Schliesslich wurden Aufrufe an die Spendenden gerichtet.
Die Alternativen während des Engpasses
In einzelnen Fällen konnte statt 0 negativ auf die Gruppe 0 positiv zurückgegriffen werden. Der Ersatz betraf Männer und Frauen ausserhalb des gebärfähigen Alters ohne unverträgliche Antikörper sowie Patientinnen und Patienten in dringenden Lagen, die grosse Blutmengen benötigen.
Stefano Fontana, ärztlicher Direktor des Blutspendedienstes der italienischen Schweiz, erklärt den strukturellen Grund der Schwierigkeit. Spenderinnen und Spender der Gruppe 0 negativ machen rund 6 Prozent der Bevölkerung aus, doch 0-negative Produkte werden etwa doppelt so häufig verwendet, weil sie in Notfällen oft benötigt werden.
Nach Fontana würde eine breitere Spenderbasis erlauben, auf solche dringenden Situationen angemessener zu reagieren.
Das Ungleichgewicht ergibt sich aus der Natur der Gruppe selbst. Blut der Gruppe 0 negativ kann Patientinnen und Patienten anderer Gruppen übertragen werden, was es zur zwingenden Wahl macht, wenn keine Zeit bleibt, die Gruppe der empfangenden Person zu bestimmen.
Der Blutspendedienst hat nicht angegeben, um wie viel die Vorräte gestiegen sind und wie lange die Lage stabil bleibt. Die Nachfrage nach Blut der Gruppe 0 negativ hängt von Noteingriffen ab, die sich naturgemäss nicht planen lassen.
Der Engpass trat während einer Hitzeperiode auf. In dieser Phase gehen die Vorräte tendenziell zurück, weil die Verfügbarkeit der Spendenden sinkt und weniger gespendet wird.
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