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Wirtschaft Recheninfrastruktur

Vom Bitcoin zur künstlichen Intelligenz: Riot vermietet seine Hallen an Anthropic

Ein Zwanzigjahresvertrag über 9,1 Milliarden Dollar für 191 Megawatt auf dem texanischen Campus in Rockdale. Die Aktie des Mining-Unternehmens stieg um bis zu 25 Prozent. Die Umstellung der Kryptowährungsschürfer auf Rechenleistung beschleunigt sich.

von Redazione 12. August 2026 3 Min. Lesezeit

Riot Platforms hat einen Mietvertrag über zwanzig Jahre für 191 Megawatt Rechenkapazität auf dem eigenen Campus in Rockdale, Texas, unterzeichnet. Der erwartete Wert beträgt 9,1 Milliarden Dollar, die Laufzeit endet im Juni 2048. Zwei Verlängerungsoptionen von je fünf Jahren könnten die Summe auf 16,1 Milliarden erhöhen. Der Mieter, der in der Mitteilung des Unternehmens nicht namentlich genannt wird, wurde von Bloomberg als Anthropic identifiziert, die Firma hinter Claude.

Die Börse reagierte umgehend: Die Riot-Aktie stieg während der Sitzung um rund 17 Prozent und im nachbörslichen Handel um etwa 25 Prozent. Zulegen konnten auch weitere Gesellschaften, die aus dem Kryptowährungs-Mining stammen und heute denselben Umbau betreiben, darunter Iren, Applied Digital und TeraWulf.

Ein Vermögen, das wegen der Energie zählt, nicht wegen des Bitcoins

Die Logik des Geschäfts liegt in dem, was diese Konzerne tatsächlich besitzen. Um Bitcoin zu schürfen, haben sie Hallen gebaut, die mit Lieferverträgen über Hunderte von Megawatt am Stromnetz hängen, dazu Kühlsysteme und Anschlüsse, für die heute jahrelange Bewilligungsverfahren nötig sind. Genau das braucht es, um die Grafikprozessoren zu beherbergen, auf denen Sprachmodelle trainiert und betrieben werden. Das Rechnen fürs Mining wirft dagegen immer weniger ab: Die Belohnung pro Block halbiert sich in regelmässigen Abständen, die Margen schrumpfen.

Die Kapazität steht nicht sofort bereit. Riot will bis Dezember 2027 auf 96 Megawatt kommen und die vollen 191 Megawatt bis Juni 2028 fertigstellen. Zur Finanzierung der ersten Bauphase erhielt das Unternehmen 573 Millionen Dollar von Morgan Stanley, während die endgültige Finanzierung noch ausgehandelt wird.

Für Anthropic ist es die nächste langfristige Zusage für Rechenkapazität, in einer Phase, in der sich die Labore der künstlichen Intelligenz Energie und physischen Raum mit Verträgen über die kommenden zwei Jahrzehnte sichern. Offen bleibt die Frage des Zeithorizonts: Die Verpflichtungen laufen zwanzig Jahre, während die Einnahmen, die sie tragen sollen, von einem Markt abhängen, der weniger als vier Jahre kommerzielle Geschichte hat. Die Gesellschaften, welche die Hallen vermieten, kassieren in jedem Fall, solange der Mieter zahlungsfähig bleibt.

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