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Kanton Alpen und Klima

Ungewöhnliche Hitze am Bernina: Marco-e-Rosa-Hütte auf unbestimmte Zeit zu

Die Hütte auf 3'609 Metern im Valmalenco, 300 Meter von der Schweizer Grenze entfernt, wurde vom Club Alpino Italiano geschlossen: Die hohen Temperaturen haben die Schneedecke beschädigt und entlang der Zustiege Gletscherspalten geöffnet.

von Redazione 9. August 2026 2 Min. Lesezeit Grigioni

Wenige Schritte von der Bündner Grenze entfernt hat die Marco-e-Rosa-Hütte mitten in der Sommersaison ihre Türen geschlossen. Nicht wegen fehlender Gäste und auch nicht wegen Bauarbeiten: Zum Stillstand zwingt die ungewöhnliche Hitze, welche die Zustiegswege gefährlich gemacht hat.

Die Hütte liegt auf 3'609 Metern im Valmalenco, auf der italienischen Seite des Berninamassivs, nur 300 Meter von der Schweizer Grenze entfernt. Sie ist die höchstgelegene Hütte der Lombardei und empfängt jeden Sommer Tausende Wanderer und Alpinisten, die sie als Ausgangspunkt für den Aufstieg zum Bernina nutzen.

Der Entscheid wurde von der Veltliner Sektion des Club Alpino Italiano getroffen, im Einvernehmen mit den Betreibern. Die Mitteilung lässt keinen Raum für Interpretationen: «A causa delle avverse condizioni delle vie di accesso dovute al caldo anomalo il rifugio chiude con decorrenza immediata e fino a nuove condizioni di fruibilità della montagna» (wegen der widrigen Verhältnisse auf den Zustiegswegen infolge der ungewöhnlichen Hitze schliesst die Hütte mit sofortiger Wirkung, bis der Berg wieder begehbar ist).

Hinter der offiziellen Formel steht die Lage im Hochgebirge. Die aussergewöhnlich hohen Temperaturen haben die Schneedecke beschädigt und das Öffnen von Gletscherspalten begünstigt. Für alle, die zur Hütte aufsteigen, gelten die Verhältnisse nun als instabil und gefährlich. Die Nullgradgrenze in den Alpen, also die Höhe, auf der die Temperatur auf null Grad sinkt, lag in dieser Periode im Mittel zwischen 4'200 und 4'500 Metern: deutlich über der Hütte und den meisten umliegenden Gipfeln.

Wiedereröffnung ohne Datum

Die Schliessung gilt mit sofortiger Wirkung und hat kein Enddatum: Sie dauert, bis der Berg wieder sicher begehbar ist. In der Zwischenzeit verlieren die Alpinisten auf dem Weg zum Bernina ihren wichtigsten Stützpunkt auf der italienischen Seite.

Die Nachricht hat auch die Stammgäste der Gegend getroffen. Unter der vom CAI auf Facebook verbreiteten Mitteilung bringt ein Kommentar die Aussergewöhnlichkeit des Ereignisses auf den Punkt: «Mai successo» (nie dagewesen).

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