Schweiz Vorsorge
Renten decken einen immer kleineren Teil des letzten Lohns
Eine Studie des VermögensZentrums berechnet seit 2002 einen Verlust von 16% bei den erwarteten Leistungen. Die zweite Säule ist um 40% gesunken, während die AHV um einen Drittel gewachsen ist.
Die erwarteten Vorsorgeleistungen in der Schweiz sind seit 2002 um 16% gesunken. Das berechnet eine Untersuchung des Beratungsunternehmens VermögensZentrum, das die Differenz für das untersuchte Profil auf 12'260 Franken pro Jahr beziffert.
Die Studie geht von einer 55-jährigen Person mit einem Jahreseinkommen von 120'000 Franken aus. Mit 65 Jahren wird sie eine Gesamtrente von 62'660 Franken pro Jahr erhalten. Im Jahr 2002 hätte dasselbe Profil 74'920 Franken erhalten.
Die beiden Säulen bewegen sich in entgegengesetzte Richtungen. Die Leistungen der beruflichen Vorsorge sind im Zeitraum um 40% eingebrochen. Die AHV dagegen ist um einen Drittel gewachsen und erreicht 32'760 Franken, einschliesslich der dreizehnten Monatsrente, die Ende 2026 erstmals ausbezahlt wird.
Der Knackpunkt Umwandlungssatz
Die Erklärung für das Ungleichgewicht liegt im unterschiedlichen Mechanismus der beiden Systeme. Die AHV wurde an die Teuerung angepasst. Der Umwandlungssatz zur Berechnung der Renten der zweiten Säule ist dagegen ununterbrochen gesunken, von 6,00% vor zehn Jahren auf heute 5,26%.
Die Pensionskassen haben diesen Parameter gesenkt, um der steigenden Lebenserwartung und den lange tiefen Zinsen Rechnung zu tragen. Die Stabilität ihrer Bilanzen wurde durch tiefere Leistungen an die künftigen Rentnerinnen und Rentner erreicht.
Das Ergebnis zeigt sich in der Ersatzquote. Wer 100'000 Franken verdient, erhält heute rund 51% des letzten Lohns, gegenüber 62% im Jahr 2002. Bei einem Einkommen von 150'000 Franken sinkt die Deckung auf 42%, gegenüber 58% vor vierundzwanzig Jahren. Das ursprüngliche Ziel des Dreisäulensystems sah vor, dass erste und zweite Säule zusammen 60% des letzten Einkommens sichern.
Das Vertrauen hat entsprechend gelitten. Nur ein Viertel der Befragten hält die AHV-Leistungen in zwanzig Jahren für gesichert, bei der beruflichen Vorsorge sind es 30%. Die grössten Sorgen betreffen die Pflegekosten im Alter und die finanzielle Tragfähigkeit der AHV.
Über eine mögliche Antwort besteht dagegen kein Einvernehmen. 68% der Befragten lehnen eine Erhöhung des ordentlichen Rentenalters ab, während der Bundesrat die Reform AHV 2030 als Weg bezeichnet. 58% bleiben überzeugt, ihren Lebensstandard mit AHV, beruflicher Vorsorge und eigenem Vermögen halten zu können.
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