Welt Trockenheit
Der Po bleibt trocken, der Langensee nahe den Referenzminima
Die Beobachtungsstelle des Einzugsgebiets bestätigt die hohe Wasserknappheit. Die für die nächsten Tage erwarteten Gewitter werden die Reserven nicht auffüllen.
Der Po befindet sich weiterhin in einem Zustand extremer Trockenheit, wegen ausbleibender Niederschläge und hoher Temperaturen. Die ständige Beobachtungsstelle für die Wassernutzungen im Einzugsgebiet des Flusses bestätigt die Einstufung als hohe Wasserknappheit.
Alessandro Delpiano, Generalsekretär der Einzugsgebietsbehörde, erklärte, die anhaltende Hitze zehre die letzten verfügbaren Reserven auf, nämlich die grossen voralpinen Seen. Nach seiner Einschätzung dauert die Notlage an, und ein Ende ist noch nicht abzusehen.
Die Abflüsse des Po bleiben auf kritischen Werten, unterhalb der charakteristischen Niedrigwasserstände. In den nächsten Tagen werden Gewitter von einer gewissen Stärke über den Hügelzonen und der Ebene erwartet, bei sinkenden Temperaturen. Der Hauptstrang des Flusses dürfte den heutigen Abfluss halten oder leicht steigern, doch die Beobachtungsstelle schliesst bedeutende und dauerhafte Vorteile für die Wasserverfügbarkeit aus.
Die Seen sinken seit Mitte Juni
Am stärksten wiegt die Lage der grossen Seen. Die Pegel sinken seit Mitte Juni ohne Unterbruch.
Am kritischsten ist der Langensee, wo sowohl der Wasserstand als auch die abgegebenen Mengen nahe bei den historischen Referenzminima liegen. Die Folge zeigt sich flussabwärts in den Reisfeldern der Gebiete von Vercelli, Novara und der Lomellina, wo die Bewässerung unmittelbar von diesen Abgaben abhängt.
Auch der Comersee und der Iseosee weisen kritische Verhältnisse auf. Beim Iseosee entsprechen die Werte der Definition extremer Trockenheit. Der Gardasee hält dagegen eine insgesamt normale Füllung, wenn auch mit Pegeln und Abgaben unter den saisonalen Mittelwerten.
Delpiano stellte die Lage in einen längerfristigen Zusammenhang. Die Folgen des Klimawandels in Norditalien könnten für Landwirtschaft, Industrie und Bevölkerung noch schwerer werden, und um in den kommenden Jahren Schlimmeres zu vermeiden, seien bald weitere Anpassungsmassnahmen nötig.
Der Langensee betrifft auch das Tessin. Der Pegel hängt von den Zuflüssen aus schweizerischen und italienischen Einzugsgebieten ab, und seine Regulierung am Wehr von Miorina ist seit Jahrzehnten ein Reibungspunkt zwischen den Bedürfnissen der Schweizer Ufer und jenen der piemontesischen und lombardischen Bewässerung.
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