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Kanton Tiere und Social Media

Vermisster Python in Locarno: Drohungen im Netz, dann Schweigen

In Locarno ist am 14. August ein Königspython verschwunden; sein Besitzer, der online bedroht wurde, ist nicht mehr erreichbar. Der Verhaltensforscher Nash Pettinaroli erklärt, wo man suchen sollte und wie man sich bei einer Begegnung verhält.

von Redazione 21. August 2026 2 Min. Lesezeit Locarnese

Ein Königspython ist am 14. August aus einer Wohnung an der Via Romerio in Locarno verschwunden. Die Vermisstenmeldung, veröffentlicht in Social-Media-Gruppen für vermisste Tiere, wurde in den vergangenen Tagen entfernt.

Das Reptil ist rund 80 bis 90 Zentimeter lang, nicht giftig und hat in der Regel ein zutrauliches Wesen. Laut der ursprünglichen Meldung ist es aus seinem Terrarium entwichen.

Die im Inserat angegebene Telefonnummer des Besitzers bleibt seit Tagen unbeantwortet. Eine gut informierte Quelle, die in direktem Kontakt mit dem Besitzer stand, erklärte den Grund: Die Person habe Drohungen und Geldforderungen von Leuten erhalten, die behaupteten, den Python in ihrem Garten zu haben. Die Meldung wurde entfernt, um grössere Probleme zu vermeiden. Bei der Polizei liegt derzeit keine Anzeige zum Fall vor.

Wo er sich verstecken könnte

Nash Pettinaroli, Verhaltensforscher und Präsident des Vereins AnimaLife Ticino, erklärt, entlaufene Pythons würden manchmal in oder hinter einem Schrank gefunden, zu einer Spirale zusammengerollt. Ist das Tier ins Freie gelangt, solle man laut dem Experten dort suchen, wo es Vegetation gibt, nicht auf offenen Wiesen: in verlassenen Bauten anderer Tiere, in Wassernähe, unter Laub, Steinen oder Baumstämmen. Im städtischen Umfeld kann er sich unter Böden, in Rohrleitungen, Kanaldeckeln und Abflusskanälen verstecken. Pettinaroli präzisiert, dass sich der Python nicht über Kilometer fortbewegt.

Der Python bleibt tagsüber bewegungslos und wird am Abend und in der Nacht aktiv. Er kann kleine Tiere wie Mäuse oder Kätzchen erbeuten, doch seine Gefährlichkeit hängt davon ab, wann er zuletzt gefressen hat: Ein satter Python greift in der Regel nicht an. Pettinaroli erinnert daran, dass der Python durch Erdrücken tötet und nicht giftig ist.

Die Haltung exotischer Tiere ist in der Schweiz erlaubt und reglementiert. Das kantonale Veterinäramt veröffentlicht die Liste der zugelassenen Arten und die einzuhaltenden Vorschriften.

Der Verhaltensforscher weist auch auf die Online-Reaktionen auf den Fall hin. Seit etwa einem Jahr schliesst der Verein bei manchen Beiträgen vorsorglich die Kommentare, weil Beleidigungen zu erwarten sind. Manche Personen hätten soziale Netzwerke verlassen, nachdem sie direkte Drohungen erhalten hatten. Pettinaroli rät dazu, zwischen Aggressivität und durch Hunger bedingtem Jagdverhalten zu unterscheiden und sich einer nicht identifizierten Schlange nicht zu nähern: Begegne man einer solchen, sei es besser, sich zu entfernen, ohne sie zu stören.

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