Schweiz Solidarität
Parmelin: Die Schweiz ist bereit, Kolumbien zu helfen
Der Bundespräsident bekundete der kolumbianischen Bevölkerung nach dem Beben seine Anteilnahme. Bern verfolgt die Lage und erklärt sich bereit, bei Bedarf einzugreifen.
Die Schweiz erklärt sich bereit, Kolumbien nach dem Erdbeben vom Montag zu unterstützen. Bundespräsident Guy Parmelin verbreitete auf X eine Botschaft, in der er der kolumbianischen Bevölkerung seine Verbundenheit ausdrückt und festhält, Bern verfolge die Entwicklung aufmerksam und sei bereit, seine Unterstützung anzubieten, falls dies nötig werden sollte. Die Botschaft richtet sich auch an die Opfer und an die Rettungsmannschaften im Einsatz.
Die Formulierung ist die in den ersten Stunden übliche. Die Schweiz hat weder Personal noch Material angekündigt, sondern sich zur Verfügung gestellt: ein Angebot, das erst dann operativ wird, wenn das betroffene Land es verlangt oder eine internationale Organisation es auslöst.
Das Beben hatte die Magnitude 7,4 und ereignete sich am Montag um 7.34 Uhr Ortszeit. Das Epizentrum liegt in der Nähe von San José del Palmar im Departement Chocó, an der Grenze zu Risaralda und Valle del Cauca. Der Stoss dauerte rund sechsundneunzig Sekunden und war in mehreren Städten über vier Minuten lang spürbar.
Die im Lauf des Tages verbreitete vorläufige Bilanz sprach von mindestens 132 Toten und rund 570 Verletzten, Zahlen, die in den folgenden Stunden weiter stiegen. Die Schäden betreffen Spitäler, Flughäfen und Strassen in den Departementen Chocó, Caldas, Risaralda und Valle del Cauca: genau jene Infrastrukturen, die es braucht, um Hilfe heranzuführen.
Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten hatte im Lauf des Tages keine Schweizer Opfer registriert. In solchen Fällen braucht die Überprüfung Zeit, weil nicht alle Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer in den konsularischen Registern eingetragen sind und die Kommunikation in den betroffenen Gebieten schwierig bleibt.
Die Schweiz verfügt über ein humanitäres Hilfskorps, das innert weniger Stunden mobilisiert werden kann, mit Teams, die auf die Suche unter Trümmern und auf die Wasserversorgung spezialisiert sind. Es ist das Instrument, das nach den Erdbeben in der Türkei und in Marokko eingesetzt wurde. Sein Einsatz hängt allerdings von einem formellen Gesuch und von einer Beurteilung des tatsächlichen Bedarfs ab: In den ersten Tagen ist der kritische Faktor oft die Möglichkeit, die Mittel ins Land zu bringen, und nicht deren Verfügbarkeit.
Unterdessen sind andere Länder aktiv geworden. Die Vereinigten Staaten kündigten einen ersten Beitrag von 15,5 Millionen Dollar an, und mehrere Regierungen haben Unterstützung angeboten. Wie viel von diesen Erklärungen zu tatsächlicher Hilfe wird, zeigt sich in den kommenden Tagen, sobald klar ist, was Kolumbien benötigt.
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