Schweiz Veterinärmedizin
Neues Orthobunyavirus bei Rindern in der Schweiz nachgewiesen
Das Institut für Virologie und Immunologie hat das Virus in Proben erkrankter Tiere bestätigt. Nach Einschätzung der deutschen Behörden stellt es kein erhebliches Risiko für den Menschen dar.
Ein neues Orthobunyavirus der Simbu-Serogruppe wurde in Proben erkrankter Rinder in der Schweiz, in Deutschland und in Frankreich nachgewiesen. Das Vorkommen wurde vom Institut für Virologie und Immunologie bestätigt.
Das Virus wird durch blutsaugende Gnitzen übertragen. Bei betroffenen Tieren verursacht es Fieber über 40 Grad, einen starken Rückgang der Milchleistung, Appetitverlust und Durchfall. In den betroffenen Schweizer Betrieben dauerte die Krankheit 14 bis 21 Tage.
Einschätzung des Risikos
Nach dem Friedrich-Loeffler-Institut in Deutschland stellt das Virus nach heutigem Wissensstand kein erhebliches Infektionsrisiko für den Menschen dar. Die Behörden anerkennen gleichwohl die Notwendigkeit weiterer Abklärungen.
Der neue Erreger zeigt eine genetische Ähnlichkeit mit dem Shamonda-Virus und gehört zur selben Gruppe wie das Schmallenberg-Virus, das 2012 in der Schweiz festgestellt wurde.
Das deutsche Institut weist darauf hin, dass während der Trächtigkeit erworbene Infektionen Aborte, den Tod des Fötus und schwere angeborene Missbildungen verursachen können. Dieser Punkt wiegt für die Betriebe am schwersten, weil er die nächste Tiergeneration betrifft.
Mit einer raschen Ausbreitung wird gerechnet. Die übertragenden Insekten bleiben bis November aktiv, womit die laufende Saison noch mehrere Monate der Exposition offenlässt.
Für die Tierhaltenden liegt die praktische Schwierigkeit im Erkennen der Symptome. Sie überschneiden sich mit jenen anderer Erkrankungen und mit dem Hitzestress dieses Sommers, und die Bestätigung erfordert Laboranalysen der bei den Tieren entnommenen Proben.
Die Schweizer Milchproduzenten beschreiben eine kritische Lage. Zu den tiefen Milchpreisen kommen Trockenheit, Hitzestress, kranke Tiere und Heumangel hinzu, eine Kombination, die das Überleben einzelner Betriebe unter Druck setzt.
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