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Kanton Volksabstimmung

Neutralitätsinitiative: Tessin ist der Kanton mit den meisten Ja-Gemeinden

Die Neutralitätsinitiative wurde in der ganzen Schweiz abgelehnt, doch unter den wenigen Gemeinden, die sie annahmen, liegt fast ein Drittel im Tessin. Auch im italienischsprachigen Graubünden war die Zustimmung überdurchschnittlich hoch.

von Redazione 27. September 2026 2 Min. Lesezeit

Die Neutralitätsinitiative wurde auf nationaler Ebene mit über 70 Prozent Nein-Stimmen abgelehnt. Kein Kanton hat sie angenommen. Hinter diesem einheitlichen Ergebnis verbergen sich jedoch deutliche lokale Unterschiede: Die italienische Schweiz zeichnet sich als das Gebiet mit der stärksten Zustimmung zur Vorlage aus.

Von den 149 Schweizer Gemeinden, die für die von Pro Svizzera und Exponenten der SVP, darunter Christoph Blocher, lancierte Initiative gestimmt haben, liegen 45 im Tessin. Das ist der höchste Anteil, der in einem einzelnen Kanton registriert wurde, gemäss den vorläufigen amtlichen Daten von Kantonen und Bund. Unter den zustimmenden Tessiner Gemeinden finden sich Zentren wie Biasca, Chiasso, Faido und Stabio sowie zahlreiche Gemeinden in den Tälern.

Auch in Graubünden fällt der italienischsprachige Teil ins Gewicht: Von den 15 Bündner Gemeinden, die die Initiative angenommen haben, gehören 12 zum italienischsprachigen Graubünden, darunter Mesocco, Grono und Roveredo.

Ein Phänomen der Peripherie, nicht nur der Sprache

Zustimmende Gemeinden gibt es auch in anderen Landesteilen, vor allem in der Deutschschweiz: 38 im Kanton Bern, 12 in Schwyz, 3 zwischen Appenzell Ausserrhoden und St. Gallen. In der Romandie bleibt die Zustimmung dagegen minimal. Die höhere Konzentration in den italienischsprachigen Regionen ist dennoch ein bedeutsamer Befund.

Die Ja-Gemeinden liegen vor allem in alpinen und peripheren Gebieten: Neben Tessin und Graubünden fallen Uri, Schwyz und die beiden Appenzell auf, während Gemeinden in städtischen Kantonen kaum vertreten sind. Die Distanz zu den grossen Zentren sowie historische und kulturelle Bindungen scheinen stärker ins Gewicht zu fallen als die gesprochene Sprache – ein Muster, das sich bei verschiedenen eidgenössischen Abstimmungen wiederholt, bei denen die Unterschiede oft eher zwischen städtischen und ländlichen Gebieten verlaufen als zwischen Sprachgemeinschaften.

Eine ähnliche Tendenz zeigte sich am selben Abstimmungssonntag auch bei der Ernährungsinitiative, die schweizweit nur von drei Gemeinden angenommen wurde: Campo Vallemaggia und Verzasca im Tessin sowie Schelten im Kanton Bern. Auch hier liegen zwei der drei zustimmenden Gemeinden im Tessin – ein weiteres Zeichen für die an diesem Abstimmungssonntag sichtbar gewordene Eigenheit der italienischen Schweiz.

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