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Wachstum in Lugano: Zweifel an der Kapazität der Kläranlage Bioggio

Eine von Sara Beretta Piccoli und Carola Barchi (PVL/PLR) unterzeichnete Interpellation fragt die Stadtregierung, ob die Anlage in Bioggio und die Kanalisation die laufende Verdichtung tragen können und wer die Kosten der neuen Bauten deckt.

von Brenno 9. August 2026 2 Min. Lesezeit Luganese

Lugano baut weiter, aber halten die öffentlichen Infrastrukturen Schritt? Das ist die Frage im Zentrum einer Interpellation, die Sara Beretta Piccoli und Carola Barchi (PVL/PLR) bei der Stadtregierung eingereicht haben. Die Ausgangsfrage ist direkt: «il sistema di depurazione del Luganese è pronto a sostenere la crescita?» (Ist das Abwassersystem des Luganese bereit, das Wachstum zu tragen?).

Im Fokus steht die Kläranlage Bioggio, die das Abwasser von Lugano und zahlreichen Gemeinden der Agglomeration aufbereitet. Die Unterzeichnerinnen wollen wissen, ob die Kapazität der Anlage und des Kanalisationsnetzes für die in den kommenden Jahren erwarteten Lasten ausreicht, gemessen in Einwohnergleichwerten. Sie fragen zudem, ob bereits Ausbauschritte geplant sind, mit welchem Zeitplan und zu welchen Kosten, und welche planerische Vision für die nächsten 10, 20 und 30 Jahre besteht.

Die Interpellation betrifft auch die Methode. Wie wird die Kapazität der Infrastrukturen beurteilt, wenn neue Überbauungen bewilligt werden? Und gibt es eine überkommunale Koordination, um die Auswirkungen der neuen Bauten auf das von der Anlage bediente Gebiet abzuschätzen?

Wer bezahlt das Wachstum

Ein beträchtlicher Teil der Fragen betrifft das Geld und seine Verteilung. Die beiden Unterzeichnerinnen fragen, wie viel die Stadt insgesamt für die Abwasserreinigung ausgibt und wie hoch die durchschnittlichen Kosten pro Einwohner oder Einwohnergleichwert sind. Sie verlangen zudem eine Schätzung der wirtschaftlichen Auswirkungen jeder neuen Wohneinheit und wollen wissen, ob die von den Neubauten verursachten Kosten tatsächlich durch die Bau-, Kanalisations- und Anschlussbeiträge gedeckt werden.

Ein weiteres Kapitel blickt in die Vergangenheit: die Kanalisationsbeiträge, die seinerzeit nicht erhoben und später nachgefordert wurden. Die Interpellation fragt, wie hoch sie insgesamt sind, wie viel bereits eingenommen wurde und wie diese Mittel verwendet werden. Eine letzte Frage betrifft das Verhältnis zwischen den Gemeinwesen: Wie werden die Betriebs- und Ausbaukosten der Kläranlage Bioggio unter den angeschlossenen Gemeinden aufgeteilt?

Der Text stellt die Verdichtung nicht infrage; sie wird im Gegenteil als Chance dargestellt, den Bodenverbrauch zu begrenzen. Die Bedingung lautet, dass einer «crescita di qualità» (einem Wachstum mit Qualität) angemessene Infrastrukturen und eine gerechte Verteilung der Lasten gegenüberstehen. Offen bleibt die Grundfrage: Deckt, wer heute baut, wirklich die Kosten, die er verursacht, oder geht ein Teil der Rechnung zulasten der Allgemeinheit?

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