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Kultur Locarno Film Festival

Mandico bringt ein erfundenes Cinecittà nach Locarno, mit Marion Cotillard

«Roma elastica», ausser Konkurrenz gezeigt, ist ein Film über die Entstehung eines Films, angesiedelt im Jahr 1982. Der Saal war geteilt: Einige verliessen die Vorstellung vorzeitig.

von Redazione 9. August 2026 3 Min. Lesezeit Locarnese

Einen Film von Bertrand Mandico im Kino zu sehen bedeutet, zwei Dinge zugleich zu verfolgen: was auf der Leinwand geschieht und was zwischen den Sesseln passiert, wo einzelne Zuschauer empört kommentieren und andere vor dem Ende hinausgehen. In Locarno war das vor zwei Jahren beim experimentellen «Dragon Dilatation» der Fall. Dieses Jahr wiederholte es sich bei «Roma elastica», gezeigt ausser Konkurrenz, wobei die Reaktionen diesmal eher aus der Leidenschaft für ein bestimmtes Kino als aus Unbehagen vor den Bildern entstehen.

Der Film ist ein Film über die Entstehung eines Films und zugleich eine Hommage an eine Epoche von Cinecittà. Wir schreiben das Jahr 1982. Eddie Mars, alternder Star und unheilbar krank, kommt mit ihrer Maskenbildnerin Valentina nach Rom, um jenen Film zu drehen, der aller Wahrscheinlichkeit nach ihr letzter sein wird: ein erotisches und kannibalisches Sandalenepos, laut den Produzenten auch feministisch, angesiedelt in einer fernen Zukunft namens 2026, in der Ökologen auf Neofaschisten treffen und man sich in Wegwerftrichtern namens YouTube fortbewegt. Wie zu erwarten, wird das Filmteam nach und nach beunruhigender als die Science-Fiction, die es inszeniert.

Auf 35-Millimeter-Film gedreht, häuft «Roma elastica» Bezüge an: Fellini, den Splatter von Lucio Fulci, Mario Bava, die antonionische Unfähigkeit zur Kommunikation, zitiert als Haltung. Mandicos Cinecittà hat es allerdings nie gegeben: Es ist eine rekonstruierte und weitgehend erfundene Erinnerung. Genau hier liegt das eigentliche Hindernis für das Publikum, mehr als bei den Körperflüssigkeiten und den Sexszenen. Diese Bezüge bilden das Gerüst des Films. Ohne die geteilte Leidenschaft dafür bleiben eine Stunde und fünfundvierzig Minuten kurioser, sinnfreier Bilder. Vielleicht ist das schade: Der Zusammenstoss zwischen Ökologen und Neofaschisten und das Spiel eines 2026, das sich 1982 vorstellt, das sich 2026 vorstellt, hätten eine soziale Lesart erlaubt, die den Regisseur nur teilweise interessiert.

Die Stärke des Films liegt in der Darstellung von Marion Cotillard, perfekt in der Rolle einer Diva, die um ihren nahen Tod weiss, weiterspielt und ihren B-Movie in ein nihilistisches Vermächtnis verwandelt. Neben ihr überzeugt Noémie Merlant als persönliche Maskenbildnerin von Eddie Mars. In Cannes hatte Mandico gesagt, die Schauspielerinnen seien die Märtyrerinnen der Filmindustrie. «Roma elastica» bleibt ein Film für jene, die dieses Kino mögen.

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