Kultur Festival
Locarno79 zur Halbzeit: Publikum wächst um 1,6 Prozent
Die Direktion spricht trotz der Hitze von einer Konsolidierung. Isabella Rossellini und James Gray prägten die erste Woche.
Die neunundsiebzigste Ausgabe des Locarno Film Festival hat die erste Woche mit einem Zuwachs von 1,6 Prozent bei den Eintritten gegenüber dem Vorjahreszeitraum abgeschlossen. Die Zahl umfasst die Tage bis Sonntag und bezieht sich auf das gesamte Publikum der Veranstaltung.
Direktor Raphaël Brunschwig zeigte sich mit dem Verlauf sehr zufrieden und liest diesen Prozentwert eher als Bestätigung einer laufenden Konsolidierung denn als Sprung. Er ergänzte, der Zuspruch bleibe trotz der hohen Temperaturen ausgezeichnet, die bei einem Festival rund um einen Platz unter freiem Himmel alles andere als eine Nebengrösse sind.
Bei den Gästen prägte Isabella Rossellini die erste Woche; sie erhielt den Preis für herausragendes Schaffen. Die italienische Schauspielerin sagte, sie sei stolz auf eine Auszeichnung, die in Locarno bereits ihrem Vater Roberto Rossellini und ihrem Bruder Renzo zuteil geworden war, beide Regisseure. Der Ehrenpardo ging am Sonntagabend dagegen an den US-Regisseur James Gray.
Was über die Piazza Grande lief
Das Abendprogramm hielt stand. Zu den Titeln, die am besten funktionierten, gehören The Invite von Olivia Wilde und Armony des Italieners Dario Albertini mit Valerio Mastandrea.
Den längsten Applaus erhielt Frank & Louis der Schweizer Regisseurin Petra Volpe, ihr erster auf Englisch gedrehter Film nach Heldin. Er erzählt von einem Häftling, der sich um einen älteren, an Alzheimer erkrankten Zellengenossen kümmert, und geht auf ein real bestehendes Programm in einem kalifornischen Gefängnis zurück. Nach dem, was rund um die Produktion bekannt wurde, half die Arbeit einigen beteiligten Insassen, ihre Menschlichkeit wiederzuentdecken.
Die von der Direktion veröffentlichte Zahl betrifft nur die erste Woche und reicht bis Sonntag, umfasst also nicht jene Tage, an denen das Programm die Vorführungen der Wettbewerbe bündelt. Die zweite Festivalhälfte wird zeigen, ob das Publikumswachstum bis zum Schluss hält und ob der Vergleich mit dem Vorjahr knapp bleibt oder deutlicher ausfällt.
Organisatorisch bleibt die Hitze die am wenigsten steuerbare Grösse. Eine Veranstaltung, die von abendlichen Vorführungen unter freiem Himmel lebt, hängt von den Abendtemperaturen ab und von der Bereitschaft des Publikums, zwei Stunden auf dem Platz sitzen zu bleiben; darauf kann keine Programmation einwirken.
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