Kanton Ski alpin
Lara Gut-Behrami tritt nach zwanzig Jahren vom Wettkampf zurück
Die Ankündigung erfolgte am Mittwochabend, nach der Verletzung vom vergangenen November, die ihr die Teilnahme an den Spielen von Cortina verwehrte. In ihrer Laufbahn gewann sie 48 Weltcuprennen.
Lara Gut-Behrami hat am Mittwochabend ihren Rücktritt vom Wettkampfsport bekannt gegeben. Die Nachricht war am späten Nachmittag von der RSI vorweggenommen worden.
Der Entscheid folgt auf die schwere Verletzung vom vergangenen November. Der Unfall zwang sie, die Saison vorzeitig zu beenden und auf die Olympischen Spiele von Cortina zu verzichten, wo sie eine zwanzigjährige Laufbahn hatte abschliessen wollen.
Die Tessiner Skifahrerin, geboren 1991, tritt mit einer Bilanz ab, der sich nur wenige Schweizer Sportlerinnen und Sportler annähern. Sie gewann drei olympische Medaillen, eine davon in Gold, und neun Medaillen an Weltmeisterschaften, zwei davon in Gold. Zweimal entschied sie die Weltcup-Gesamtwertung für sich, dazu kommen sieben Disziplinenwertungen.
Achtundvierzig Siege und die knapp verpassten Podestplätze
Die Rennstatistik erzählt mehr über ihre Beständigkeit als die Titel. Seit dem Debüt im Dezember 2007 erreichte sie 48 Weltcupsiege, 28 zweite und 25 dritte Plätze.
Die Zahl der Podestplätze übersteigt damit hundert, verteilt auf fast zwei Jahrzehnte. Der Wert gewinnt zusätzlich an Gewicht, wenn man die Reihe schwerer Verletzungen berücksichtigt, die ihr ganze Rennperioden gekostet haben.
Diese Reihe gehört ebenso zu ihrer Laufbahn wie die Siege. Mehrere schwere Stürze hielten sie monatelang von der Piste fern, und jede Rückkehr verlangte einen vollständigen körperlichen Aufbau.
Die letzte Verletzung liess eine Rückkehr jedoch nicht mehr zu. Die olympische Saison endete, bevor sie begonnen hatte, und der Termin von Cortina, der ihr letzter hätte sein sollen, fiel aus.
Für den Tessiner Sport schliesst sich damit die weitaus sichtbarste Wettkampfgeschichte der vergangenen zwanzig Jahre. Gut-Behrami war lange die einzige Athletin der italienischen Schweiz an der absoluten Spitze einer olympischen Wintersportart, in einem Kanton mit wenigen Skianlagen.
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