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Jobsharing erreicht die Spitze der Schweizer Unternehmen

On, SoftwareOne, Villars und Vontobel haben Formen der Co-Leitung eingeführt. Nach Angaben der Fachhochschule Nordwestschweiz ist das Modell in 28 Prozent der untersuchten Organisationen vorhanden.

von Redazione 11. August 2026 3 Min. Lesezeit

Das Teilen einer Stelle zwischen zwei Personen betrifft nicht mehr nur mittlere Funktionen. In der Schweiz haben mehrere Unternehmen das Modell auf die Geschäftsleitung ausgeweitet, darunter On, SoftwareOne, Villars und Vontobel.

Die Fälle haben unterschiedliche Ursprünge. Villars führte die Doppelspitze 2024 ein und übertrug sie Patrick Krauskopf und Valérie Stephan, nachdem der frühere Firmenchef entfernt worden war. On ernannte hingegen seine Mitgründer David Allemann und Caspar Coppetti ab Mai 2026 zu Co-Firmenchefs. Im ersten Fall antwortet die Co-Leitung auf einen Bruch, im zweiten festigt sie eine bereits faktisch bestehende Ordnung.

Nach einer Untersuchung der Fachhochschule Nordwestschweiz wird Jobsharing von 28 Prozent der untersuchten Organisationen angewendet, und rund ein Drittel dieser Fälle betrifft Führungspositionen. Es ist jener Anteil, der in der Fachliteratur Top Sharing genannt wird.

Was sich mit zwei Unterschriften ändert

Die von der Untersuchung erkannten Vorteile sind von vierfacher Art. Die Kompetenzen der beiden Führungspersonen können sich ergänzen, was den Wirkungsradius der Funktion erweitert. Unterschiedliche Perspektiven verringern das Risiko von Entscheiden aus einer einzigen Sichtweise. Die Nachfolge wird einfacher, weil der Austritt einer der beiden keine unmittelbare Lücke hinterlässt. Entscheide fallen tendenziell abgewogener aus, da sie eine Auseinandersetzung durchlaufen müssen.

Die Nachteile betreffen Kosten und Zeit. Zwei Führungspersonen kosten mehr als eine, auch wenn das Gesamtpensum gleich bleibt, und die Abstimmung zwischen beiden beansprucht Stunden, die es im herkömmlichen Modell nicht gibt.

Das Haupthindernis ist allerdings kein wirtschaftliches. Die Untersuchung zeigt, dass der Widerstand der Organisationen vor allem aus traditionellen Vorstellungen der Unternehmensführung stammt, also aus der Idee, ein Betrieb müsse eine einzige Person an der Spitze und ein einziges erkennbares Gegenüber nach aussen haben.

Hinzu kommt eine Wirkung auf die Zusammensetzung der Führungsebene. Die Co-Leitung ermöglicht eine Führungsfunktion in Teilzeit, und das kann die Präsenz von Frauen auf den oberen Stufen erhöhen, wo die Unvereinbarkeit von Vollzeitpensum und Familienverantwortung weiterhin als Filter wirkt.

Das Modell ist nicht ohne Bruchstellen. Die geteilte Führung bei Kambly, ausgeübt vom Ehepaar Dania und Nils, endete nach deren persönlicher Trennung: Wenn die Co-Leitung auf einer privaten Beziehung ruht, hängt ihr Bestand auch von dieser ab.

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