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Schweiz Eidgenössische Abstimmungen

Am 27. September stimmt die Schweiz über pflanzliche Lebensmittel ab

Die Initiative "für Ernährungssicherheit" will, dass die Schweiz bis zu 70 Prozent ihres Bedarfs im Inland deckt und die Produktion Richtung pflanzliche Nahrung verschiebt.

von Brenno 16. August 2026 2 Min. Lesezeit

Am 27. September stimmt die Schweizer Stimmbevölkerung über eine Volksinitiative mit dem Titel "für Ernährungssicherheit" ab. Der Text will es der Schweiz ermöglichen, bis zu 70 Prozent ihres Nahrungsmittelbedarfs mit inländischer Produktion zu decken.

Dazu verlangt die Initiative eine Änderung der Agrarpolitik, die Produktion und Konsum pflanzlicher statt tierischer Lebensmittel fördert. Die Überlegung dahinter: Dieselbe Anbaufläche liefert deutlich mehr im Land verfügbare Kalorien, wenn sie direkt der menschlichen Ernährung und nicht der Futterproduktion dient.

Lanciert wurde der Text von der Umweltaktivistin Franziska Herren zusammen mit sechs weiteren Personen. Unterstützung erhält er insbesondere von den Jungen Grünen. Bundesrat und Parlament empfehlen dagegen die Ablehnung.

Wo die Trennlinie verläuft

Der Kern der Debatte ist nicht technischer, sondern politischer Natur und betrifft die Reichweite staatlichen Handelns. Die Befürwortenden sehen darin einen Schritt zu einer nachhaltigeren Landwirtschaft und zu geringerer Abhängigkeit von Importen, sowohl von Lebensmitteln als auch von Futter. Die Gegnerschaft spricht von einem veganen Diktat, also von einem Eingriff des Staates in die Ernährungsentscheide der Einzelnen und in die Produktionsentscheide der Betriebe.

Die Frage betrifft die Landwirtschaft unmittelbar. Eine Umstellung auf Kulturen für die menschliche Ernährung bedeutet andere Fruchtfolgen, andere Maschinen, andere Absatzwege und stellt für viele Bergbetriebe ein Modell infrage, das auf der Tierhaltung beruht, weil die Weide die einzige verfügbare Ressource ist. Diese Folgen verteilen sich ungleich zwischen Talgebiet und Alpenregionen sowie zwischen grossen und kleinen Betrieben.

Die Initiative kommt in einem Sommer zur Abstimmung, der von Trockenheit geprägt ist: Das Graswachstum ist zurückgegangen, und viele Betriebe mussten bereits die Wintervorräte an Futter angreifen. Die Debatte über den Selbstversorgungsgrad findet somit in einem Umfeld statt, in dem der Ertrag der Böden weniger berechenbar geworden ist als früher.

SWI swissinfo.ch hat ein Diskussionsforum eröffnet und fragt die Leserschaft, wie weit der Staat bei dem eingreifen soll, was auf den Tellern landet.

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