Schweiz Umweltforschung
In der Arktis brennt es häufiger in der Nähe von Siedlungen
Eine Studie der Universität Zürich mit der NASA und der Universität Münster stellt in Gebieten mit menschlicher Tätigkeit ein 2,5-mal höheres Risiko fest. Die Forschenden nutzten Satellitendaten zum Nachtlicht.
In arktischen Gebieten mit menschlicher Tätigkeit traten Brände 2,5-mal häufiger auf als in klimatisch vergleichbaren Zonen ohne Siedlungen. Der Vergleich betrifft die Jahre 2001 bis 2013.
Die Studie wurde von der Universität Zürich in Zusammenarbeit mit dem Goddard Space Flight Center der NASA und der Universität Münster in Deutschland erstellt.
Zur Schätzung der menschlichen Präsenz nutzten die Forschenden einen indirekten Indikator. Sie massen das von Satelliten erfasste künstliche Nachtlicht, das auf Siedlungen, Infrastrukturen und Industriestandorte hinweist.
Zwei Faktoren, die sich addieren
Der Klimawandel bleibt ein bestimmender Faktor. Höhere Temperaturen und trockenere Verhältnisse begünstigen die Entzündung und die Ausbreitung von Bränden.
Die Studie fügt jedoch ein bisher unterschätztes Element hinzu. Industrielle Entwicklung, Infrastrukturen und Siedlungen spielen beim Entfachen der Feuer eine unmittelbare Rolle, die zu den Wetterbedingungen hinzukommt.
Die Forschenden beobachten zudem regionale Unterschiede in der Brandhäufigkeit in der Nähe bewohnter Gebiete. Nach Auffassung der Autorinnen und Autoren können diese Unterschiede unterschiedliche Fähigkeiten in Prävention und Einsatz widerspiegeln.
Arktische Brände haben Folgen, die über das betroffene Gebiet hinausreichen. Sie bedrohen die Stabilität des Permafrosts, die Ökosysteme, die Biodiversität und die lokalen Gemeinschaften. Zudem setzen sie beträchtliche Mengen Kohlenstoff frei, die die globale Erwärmung verstärken.
Der Rauch kann sehr weit entfernte Orte erreichen. Im Jahr 2025 zogen die Rauchwolken der kanadischen Brände auch über die Schweiz. Das macht das Phänomen auch in diesen Breiten bedeutsam.
Der untersuchte Zeitraum endet 2013, und die Studie sagt nicht, wie sich das Verhältnis zwischen Siedlungen und Bränden in den Folgejahren entwickelt hat. Offen bleibt somit, wie stark die Ausdehnung industrieller Tätigkeiten in den arktischen Regionen im letzten Jahrzehnt ins Gewicht gefallen ist.
Die Studie präzisiert auch nicht, welche menschlichen Tätigkeiten stärker ins Gewicht fallen: Siedlungen, Verkehrsinfrastrukturen oder Industriestandorte. Der verwendete Indikator zeigt die menschliche Präsenz an, unterscheidet aber deren Formen nicht.
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