Wirtschaft Treibstoffpreise
Diesel erreicht in der Schweiz ein historisches Rekordhoch, über 2,40 Franken
Der Dieselpreis hat in der Schweiz mit durchschnittlich 2,41 Franken pro Liter einen Rekordwert erreicht und damit den Höchststand von 2022 übertroffen. Laut TCS wirken sich der Krieg im Iran, die gesunkenen russischen Exporte und innerschweizerische Logistikprobleme aus, von der Raffinerie Cressier bis zum niedrigen Rheinpegel.

Der Dieselpreis war in der Schweiz noch nie so hoch. Gemäss den Erhebungen des Touring Club Schweiz (TCS) hat der landesweite Durchschnitt 2,41 Franken pro Liter erreicht und damit den bisherigen Höchststand von 2,30 Franken aus dem Jahr 2022 nach der russischen Invasion der Ukraine übertroffen.
Auch bleifreies Benzin 95 wird weiterhin teurer: Der landesweite Durchschnitt liegt nun bei 2,10 Franken pro Liter, ein Anstieg von 5 Rappen innerhalb einer Woche. Der historische Rekord von 2,31 Franken wurde in diesem Fall noch nicht erreicht.
Der TCS macht mehrere gleichzeitig wirkende Faktoren für die Verteuerung verantwortlich. Der Krieg im Iran und die Störungen der Erdölflüsse im Nahen Osten üben starken Druck auf die Märkte für Rohöl und raffinierte Produkte aus. Hinzu kommen die Folgen des Kriegs in der Ukraine: Die russischen Exporte von Diesel und Benzin sind stark zurückgegangen, wenn nicht sogar ganz zum Erliegen gekommen.
Die Schweizer Schwierigkeiten
Auf die Preisentwicklung wirken sich auch innerschweizerische Faktoren aus. Die Raffinerie Cressier im Kanton Neuenburg, die normalerweise 30 Prozent des schweizerischen Bedarfs an Erdölprodukten deckt, stand mehrere Tage lang still. Zudem beschränkt der seit Monaten niedrige Wasserstand des Rheins die Beladung der für den Flusstransport genutzten Lastkähne.
Dieser zweite Faktor hat ein konkretes Gewicht: Der Transport zwischen Rotterdam und Basel kostet heute über 220 Franken pro Tonne, gegenüber 22 bis 28 Franken unter normalen Bedingungen. Laut Berechnungen des TCS macht allein die Verteuerung des Rheintransports derzeit rund 15 Rappen pro Liter des Preises an der Zapfsäule aus.
Der Fall zeigt, wie stark die Schweizer Treibstoffversorgung von wenigen kritischen Infrastrukturen abhängt: einer Raffinerie, die fast einen Drittel der landesweiten Nachfrage deckt, und einem Wasserweg, dessen Kapazität von den Niederschlägen abhängt. Für Transport- und Logistikunternehmen, die in hohem Mass auf Diesel angewiesen sind, bedeutet die Verteuerung höhere Betriebskosten, mit möglichen Auswirkungen auf die Konsumentenpreise auch abseits der Tankstelle.
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